Zoll: „Vorsicht beim Online-Einkauf“
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Kaum zu unterscheiden vom Original: Gefälschte Markenschuhe, die das Hauptzollamt Bielefeld beschlagnahmt hat.
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Bei den Schuhen handelt es sich um eine Fälschung. Nun kann aus dem vermeintlichen Schnäppchen ein teurer Fall von Produktpiraterie werden.

„Ob Schuhe, Smartphones oder Uhren – wir beschlagnahmen immer mehr gefälschte Produkte aus Nicht-EU-Staaten. Zu 57 Prozent stammen die Waren aus China“, sagt Michael Jennrich, Stellvertretender Leiter des Hauptzollamts Bielefeld.

Weihnachtszeit ist Hochsaison

4152 Waren im Wert von 224 345 Euro stellte die Behörde 2016 sicher (2015: 195 614 Euro). Für das laufende Jahr wird ein erneuter Zuwachs erwartet. „Das liegt am florierenden Online-Handel. Insbesondere vor Weihnachten läuft sehr viel auf“, sagt Markus Dieckmann, Beamter beim Hauptzollamt Bielefeld.

Lieferschein gibt Hinweis

Verdächtig ist ein Paket bei der Einfuhr etwa, wenn es Schuhe enthält, deren Wert der Absender im Lieferschein auf nur wenige Euro taxiert. In dem Fall lässt das Zollamt prüfen, ob es sich um eine Fälschung handelt.

„Der Rechteinhaber, zum Beispiel der Sportartikelhersteller, kann rechtliche Schritte auch gegen den Käufer einleiten“, erklärt Jennrich. Diese können von einer Unterlassungserklärung bis zu einem Strafverfahren reichen. „Je teurer die Ware, desto höher die Strafe.“ Die Strafverfolgung gegenüber dem Verkäufer sei hingegen nahezu unmöglich.

Qualität hat ihren Preis

„Verdächtig günstig ist immer verdächtig“, betont Diekmann. Qualität habe ihren Preis. Er rät Verbrauchern, sich die Herkunft eines Online-Shops genau anzusehen und den Verkäufer bei Fragen vorab zu kontaktieren. „Seriöse Firmen bieten mehr Zahlungsmöglichkeiten als nur Kreditkarte“, ergänzt Jennrich. 99 Prozent der Verbraucher, die zum Zoll gerufen würden, hätten aus Unwissenheit Plagiate bestellt.

Zoll beschlagnahmt nicht nur Plagiate

Außer Fälschungen beschlagnahmte der Bielefelder Zoll 2017 bislang 175 Produkte aufgrund von Sicherheitsmängeln. „Das sind Radiowecker, die elektro-magnetische Strahlung aussenden ebenso wie Kopfhörer, bei denen die deutsche Bedienungsanleitung fehlt“, sagt Diekmann. Produkte ohne CE-Siegel könnten unter Umständen gefährliche Folgen haben: „Wer will schon im Flugzeug sitzen, wenn neben ihm ein gefälschtes Smartphone mit Akku explodiert?“

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