Zoll fängt mehr online bestellte Waren ab
Keine Rechnung, dubiose Herkunft: Liegen Verdachtsmomente vor, fängt der Zoll online bestellte Waren ab. Der Empfänger erhält dann statt des gewünschten Produkts zunächst eine Benachrichtigung der Zollbehörde. 

„Die Zahl der Pakete, die durch den Internethandel bei uns ankommen, wächst“, sagt Kirsten Schüler vom Hauptzollamt Bielefeld. Häufig handele es sich auch um nach deutschem Arzneimittelrecht nicht in Deutschland zugelassene Arzneimittel oder Plagiate. Kommt ein Paket mit verdächtigem Inhalt oder ohne Rechnung und Inhaltsangabe beim Zoll an, wird der Empfänger benachrichtigt. „Der Zoll darf Pakete nicht öffnen, Postgeheimnis. Die Gefahr von Regressforderungen, sollte die Ware beschädigt sein oder etwas fehlen, ist groß“, sagt Schüler.

Genau informieren

Innerhalb der EU müssen Waren nicht verzollt werden. Allerdings gilt für sie die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent. Käufer sollten darauf achten, dass der Kaufpreis diesen Betrag bereits beinhaltet. Besonderheiten gibt es bei Alkohol, Tabak, Kaffee und Energieerzeugnissen. Die Waren unterliegen jeweils einer Verbrauchssteuer. Erst nach Zahlung dieser können sie an den Empfänger ausgeliefert werden. In der Regel ist die Zahlung der Verbrauchssteuer Sache des Verkäufers. Bestellt man bei einem Internethändler außerhalb der EU sieht die Sache anders aus: Einfuhrabgabenfrei sind lediglich Sendungen mit einem Gesamtwert von 22 Euro (bei Geschenksendungen 45 Euro). Auch die Versandkosten zählen zum Gesamtwert. Liegt dieser zwischen 22 und 150 Euro, sind die Sendungen zwar zollfrei, es muss aber Einfuhrumsatzsteuer entrichtet werden. Wie hoch die Zollabgaben im Einzelnen sind, füllt eine ganze Datenbank. So müssen Lebensmittel beispielsweise mit 25 Prozent verzollt werden, Notebooks mit 0 Prozent. Bei Reisefreimengen, das heißt, wenn von einer Reise aus einem Land etwas mitgebracht wird, gelten andere Richtwerte: Bei Flug- und Seereisen liegt die Wertfreigrenze bei 430 Euro inklusive Zoll und Steuern. Auf dem Landweg sinkt der Freibetrag auf 300 Euro. Weitere Informationen gibt es im Internet.

www.zoll.de

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