Zoo dementiert Giraffen-Inzucht
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Eine Giraffe ist Anfang Dezember im Dortmunder Zoo an Herzschwäche gestorben. Die Tierschutzorganisation EndZOO sieht die Ursache dafür darin, dass sie ein Inzucht-Produkt war.
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Inzest und Inzucht birgt das hohe Risiko von genetischer Verarmung, erhöhtem Auftreten von Erbkrankheiten und dem erheblichen Verlust der Vitalität eines Individuums. EndZOO stützt seine Kritik auf die Tatsache, dass seit 1995 unter anderem fünfzehn von zwanzig Giraffen in Dortmund mit Inzest- und Inzuchthintergrund frühzeitig verstorben seien.

Forderung: Giraffenzucht stoppen

EndZOO spricht angesichts dieser vielen frühen Todesfälle von einer tierschutzwidrigen Zucht und fordert nun die Tierschutzbehörden auf, diese Form der Zucht zu stoppen. Das ultimative Ende der Zucht der seltenen Angola-Giraffen in Dortmund sei, so EndZOO Deutschland abschließend, ohnehin vorprogrammiert. Denn umso mehr sich die Dortmunder Zoo-Nachzuchten von ihren noch in Freiheit gefangenen Verwandten entfernten, so einer weitere Tatsache, umso früher sterben die Giraffen nachweislich. Die noch in Freiheit geborenen Dortmunder Giraffen hatten auch mit Abstand die längste Lebensdauer. Dieses weitere Ergebnis der EndZOO Untersuchung spricht für eine fortschreitende Degenerierung.

Todesfälle durch Verletzungen und Altersschwäche

Diese Vorwürfe sind nicht haltbar, die Zahlen falsch, erklärte die Stadt Dortmund. „Es hat von 1995 bis heute fünf Todesfälle gegeben, durch Verletzungen beim Stolpern oder Altersschwäche. Giraffen sind von ihrer Statur her körperlich labil“, erklärte Stadtsprecher Michael Meinders. Tamu sei ausgerutscht, habe einen Faserbündelriss im Oberschenkel erlitten und nicht mehr aufstehen können, was letztendlich zum Herzversagen führte.

Zum Inzuchtvorwurf teilte der Zoo Dortmund lediglich mit: „Unsere Giraffen werden im Rahmen des Europäischen Erhlatungszuchtprogramm gehalten und gezüchtet. Der Tod des Giraffenbullen Tamu war die Folge eines Unfalls.“

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