Zwei Brinkmann-Generationen führen Bugatti
Bild: Duibmann
Die dritte Generation übernimmt Verantwortung für die Herforder Bugatti Holding Brinkmann: (v. l.) Wolfgang Brinkmann und sein Sohn Markus, Julius Brinkmann und sein Vater Klaus.
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Damit hat er die Nachricht des Tages im Wesentlichen erzählt, die Kurzfassung: Beim Herforder Modehersteller Bugatti Holding Brinkmann rückt die dritte Generation in die Geschäftsleitung auf.

Nun sind sie zu viert, die Väter Wolfgang (65) und Klaus (63) Brinkmann präsentieren den Journalisten nicht nur Zahlen, sondern auch ihre Söhne Markus (35) und Julius (32). Schon seit Dezember führen sie gemeinsam die Geschäfte – Wolfgang Brinkmann holte Sohn Markus an seine Seite und steuert mit ihm die Schwerpunkte Produktion, Personal, IT, Controlling, Finanzen. Klaus Brinkmann teilt sich die Verantwortung für die Bereiche Vertrieb, Qualität, Produktmanagement und Marketing mit Sohn Julius.

Aber ganz so simpel, wie die Formel „2+2=4“ klingt, war es nicht für die Enkelgeneration. Denn die Befähigung, die Gruppe mit ihren vier Firmen (Bugatti, Wilvorst, Dressler, Pikeur) in die Zukunft steuern zu können, mussten sich die Cousins in Theorie und Praxis erarbeiten: Studium der Betriebswirtschaftslehre, Praktika im In- und Ausland, dazu zweijährige Trainee-Ausbildungen.

Rabattaktionen drücken Rendite

„Nun sind sie bereit und fähig, Verantwortung zu übernehmen“, lobt Wolfgang Brinkmann den Nachwuchs. Was auf sie zukommt in den für die Textilbranche stürmischen Zeiten, wissen sie durch die engen Familienbande nur zu gut: Der zweite viel zu milde Winter in Folge zwingt den Handel dazu, Käufer von Jacken und Mänteln mit Tiefstpreisen zu ködern. Die Rabattaktionen drücken auf die Rendite – „auch wenn ich damit noch zufrieden bin“, lässt Wolfgang Brinkmann wissen.

Dass der Umsatz der Bugatti-Holding zwar von 220 auf 222 Millionen Euro stieg, aber eben nur um 0,9 Prozent, war auch eine Folge der Wirtschaftskrise in Russland. Dort brach das Geschäft um 30 Prozent ein. In den Blick geraten daher andere Märkte: In Italien, Katar und in den USA weitet Bugatti seine Präsenz aus. Insgesamt werden die Kollektionen für Damen und Herren in 530 Shop-in-Shops (+38) sowie in 21 Stores (+2) und 6 Outlets verkauft. Tendenz: steigend.

2016 wollen die vier Brinkmänner in Verkaufsflächen investieren. „Wir haben viel vor“, betonen die Väter einstimmig. Denn soviel scheint gewiss: bis die Formel „vier minus zwei gleich zwei“ lautet, dürfte es noch dauern.

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