Zwei Laschets auf letzter Grubenfahrt
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Auf der Steinkohlenzeche Prosper Haniel in Bottrop hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag gemeinsam mit seinem Vater Heinz Laschet (l.) in 1200 Metern Tiefe den letzten deutschen Abbaubetrieb besucht.
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 „Wer hier unter Tage, 1200 Meter in der Tiefe, mit eigenen Augen sieht, welche immensen Strapazen die Kumpel bei der Kohleförderung auf sich nehmen, der muss unseren Bergleuten und ihrer Lebensleistung hohen Respekt zollen“, sagte der Regierungschef. Es erfülle ihn mit tiefer Wehmut, dass am 21. Dezember hier die letzte Schicht verfahren werde, sagte Laschet weiter. Ende 2018 ist für die beiden letzten Steinkohlezechen Deutschlands – das ist neben Prosper Haniel die Zeche in Ibbenbüren (Kreis Steinfurt) – Schicht im Schacht.

Mit dem Abschied von der Steinkohle gehe in diesem Jahr eine industrielle Ära zu Ende, die das Land zwischen Rhein und Weser tief geprägt habe, erklärte Laschet. Um den Einsatz der vielen hunderttausend Bergleute und ihren Beitrag zum Wohlstand und Fortschritt Nordrhein-Westfalens zu würdigen, habe er die Grubenfahrt im Bergwerk in Bottrop unternommen.

Mit dem Förderkorb wurden Laschet und die weiteren Teilnehmer der Grubenfahrt innerhalb von anderthalb Minuten auf die 1200 Meter tiefe siebte Hauptsohle des Bergwerks Prosper Haniel gebracht. Zu Fuß und bei einer Fahrt mit der „Dieselkatzen“-Bahn fand bei 30 Grad Lufttemperatur eine Erkundung des noch laufenden Produktionsbetriebs im Flöz Zollverein unter Tage statt. Dabei konnte sich die Gruppe über die Förderarbeit mithilfe eines Schrämwalzenladers informieren, der zu den modernsten Kohleabbau-Maschinen der Welt gehört.

Heinz Laschet hatte als Bergmann in der Grube Anna I in Alsdorf sein Berufsleben begonnen, bevor er später Lehrer wurde. „Die harte körperliche Arbeit, die hohen Gesundheitsrisiken und der Beginn der Kohlekrise ermutigten ihn, nachts zu arbeiten und tagsüber das Seminar zu besuchen, um Lehrer zu werden“, sagte Laschet am Montag über seinen Vater. Dieser habe ihm gezeigt, „dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist“.

An der Grubenfahrt in Bottrop nahmen unter anderem auch Bernd Tönjes, Vorsitzender des Vorstandes der RAG-Stiftung, und Werksleiter Jürgen Kroker teil.

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