Zwillingsschleuse in Münster eröffnet
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An der Zwillingsschleuse in Münster sind seit Dienstag beide Schleusenkammern in Betrieb.
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Der jetzt fertigstellte zweite Teil entstand in fünfjähriger Bauzeit. Für das Projekt stellte der Bund 140 Millionen Euro bereit.

Die Zwillingsschleuse gehört zur Wasserstraße zwischen Dortmund und dem Mittellandkanal, die weiter ausgebaut wird. Durch die neue Schleuse, die einen Höhenunterschied von 6,20 Meter ausgleicht, können größere Binnenschiffe diesen Weg nehmen.

Nach Zahlen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes passieren pro Jahr zwölf Millionen Tonnen Fracht die neue Schleuse. Sie hat eine Länge von fast 200 Metern. Pro Tag werden 40 bis 50 Schiffe abgefertigt, dabei bewegt die Technik aber im Vergleich zur alten Schleuse 50 Prozent weniger Wasser. Dadurch spart die WSV erhebliche Energiekosten. Zeit sparen die Binnenschiffer, denn durch die Konstruktion können gleichzeitig Schiffe gehoben und gesenkt werden.

Weniger, aber größere Schiffe passieren Schleuse

„Unterm Strich passieren zwar weniger Schiffe als früher den Schleusenbereich in Münster. Dafür sind sie aber größer!“, erläuterte WSV-Sprecherin Renate Schäfer. „Der Schiffsverkehr wird von der neuen Zwillingsschleuse erheblich profitieren. Das ist nicht nur für die Schifffahrt, sondern auch für die Wirtschaft eine gute Nachricht“, sagte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium bei der Eröffnung.

Im nördlichen Teil der Schleuse überspannt jetzt eine neue zweispurige Eisenbahnbrücke den Kanal. Hier kreuzt die Schiene auf der Fernverkehrstrecke nach Hamburg den Wasserweg. Jetzt geschieht dies mit der Standardhöhe von 5,25 Metern, so dass die Binnenschiffer ohne Berührungsängste unter der Brücke fahren können. Als Reserve steht die alte Schleuse auf der östlichen Seite des Geländes weiterhin zur Verfügung.

Panne zur Eröffnung

Zum offiziellen Start des Zwillings am Dienstag gab es eine Panne. In einem der beiden Schleusen war ein Freizeit-Kapitän manövrierunfähig mit einem Schraubenschaden liegengeblieben.

Der Dortmund-Ems-Kanal - Gesamtlänge bis Papenburg 226 Kilometer - wird in den nächsten Jahren auf dem südlichen Abschnitt bis zum Mittellandkanal verbreitert. Allein in Münster wird der Kanal auf vier Kilometern fit gemacht für die modernen Binnenschiffe. Acht Brücken müssen dazu erneuert werden.

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