Retentionsbodenfilter wird 2014 gebaut



Herzebrock-Clarholz (br) - Im April hat der Betriebsausschuss beschlossen, dass an der Herzebrocker Kläranlage ein Retentionsbodenfilter errichtet werden soll. Bei der jüngsten Sitzung besichtigten die Mitglieder den Bau eines solchen Filters an der Kläranlage in Rheda.

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Retentionsbodenfilter sind Abwasserbehandlungsanlagen. In ihnen wird stark verschmutztes Oberflächenwasser aus Trenn- und Mischsystemen gereinigt. Das Becken dient außerdem der Zwischenspeicherung des Wassers bei Abflussspitzen.

Die neue Anlage in Rheda ist nach Aussage von Wolf-Uwe Schneider, Betriebsleiter des Eigenbetriebs Abwasser in Rheda-Wiedenbrück, „fast fertig“. Im Mai hatte der Bau begonnen. „Der Retentionsbodenfilter war von der Bezirksregierung mit Nachdruck gefordert worden“, sagte Schneider. Die Gesamtkosten betragen 1,4 Millionen Euro, 50 Prozent werden gefördert.

Die Kläranlage in Rheda war vor 35 Jahren geplant und 1981 in Betrieb genommen worden. 1999 wurde sie zur Zentralkläranlage von Rheda-Wiedenbrück erweitert. Zuletzt seien vor allem die anfallenden Regenmengen zu groß geworden. Der neue Retentionsbodenfilter hat eine Größe von 4500 Quadratmetern und eine Speicherfläche von 13 000 Kubikmetern. Ein Notüberlauf leitet das Wasser in den Flutgraben Richtung Herzebrock und weiter in die Ems. Ende Oktober soll der Retentionsbodenfilter in Rheda endgültig fertig werden, im Sommer 2013 wird der Ernstfall geprobt.

Auch für Herzebrock-Clarholz hat der stellvertretende Betriebsleiter Marco Schröder schon genaue Zeitvorstellungen: „2013 steht die Planung, und 2014 wird gebaut“, sagt er. Derzeit legt das Ingenieurbüro Dr. Born und Dr. Ermel die Anlage aus. Der entsprechende Fördermittelantrag ist gestellt. Die Abstimmung mit der Bezirksregierung soll in Kürze erfolgen.

Langzeiterfahrungen mit Retentionsbodenfiltern gibt es noch nicht. Ihre Entwicklung basiert auf Erfahrungen aus privaten Pflanzenkläranlagen. Das gilt sowohl für die Bepflanzung als auch für die Substrate. Allerdings unterscheiden sich die häuslichen Pflanzenkläranlagen in ihrer Betriebsweise durch ihren kontinuierlichen Abwasseranfall von den Retentionsbodenfiltern. Sie sind nur für zeitweise Einstauphasen ausgelegt.

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