Rückwärts für soziale Gerechtigkeit



Gütersloh (jed) - Gut 30 Aktivisten des Bündnisses „Vorrang für soziale Gerechtigkeit“ haben am Samstag mit der ersten „Gütersloher Rückwärts-Demo“ in der Innenstadt gegen eine in ihren Augen „seit 20 Jahren rückwärts gewandte Steuerpolitik der Bundesregierung“ protestiert.

Die Demonstranten untermauerten ihre Forderungen bei der Aktion in der Gütersloher Innenstadt mit Plakaten, Transparenten sowie mit „Speckwurststreichen“.

Um ihren Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, der Einführung einer Vermögenssteuer sowie einer Vermögensabgabe ab einer Million Euro symbolisch Nachdruck zu verleihen, marschierte der Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Sozialverbänden, Grünen und anderen Organisationen rückwärts durch die gesamte Innenstadt. Vom Treffpunkt an der Münsterstraße führte der Zug durch die Fußgängerzone bis zur Strengerstraße und über die Moltkestraße zurück zu einer Abschlusskundgebung vor der Martin-Luther-Kirche.

An fünf Haltepunkten kommentierten Redner des Bündnisses die Themen „Armut und Hartz IV“, „Rentenklau“, „Bankster – die modernen Gangster“, „Gesundheit ist keine Ware“ sowie „Umfairteilen“. Rainer Westphal vom Verein Attac: „In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter geöffnet. Während die ärmeren Teile der Bevölkerung erhebliche Einkommensverluste hingenommen haben, sind die privaten Vermögen auf Rekordwerte gewachsen und konzentrieren sich mehr denn je bei einer reichen Minderheit.“ 

Das sei Folge einer Steuerpolitik, die Millionäre, Konzerne und Banken seit Jahrzehnten entlaste. Aber es gebe Alternativen. „Wir müssen uns um die Steuerpolitik der Bundesregierung kümmern und diese ändern. Bildung, Gesundheit und Renten sind bald nicht mehr finanzierbar“, sagte Westphal. Bei rund 80 Aktionen in ganz Deutschland gingen am Samstag mehrere zehntausend Menschen für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße.

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