RW Ahlen muss die Punkte teilen


Ahlen (uwe) - Das sind so Erfahrungswerte, so was kann man nicht lernen. „Wir haben noch nie 1:0 gewonnen“, wurde es dem Aufsichtsrat-Chef schon zur Pause mulmig. „Ich glaub da noch nicht dran“, setzte Heinz-Jürgen Gosda trotz der überzeugenden 1:0-Halbzeitführung nach. Und, was soll man sagen ...?

Fleißig auf der „Sechs“: Yasin Altun (l.) eroberte viele Bälle, dennoch reichte es am Ende nicht zum Sieg.

Es kam natürlich, wie es kommen musste. Trotz einer rund 70-minütigen Überlegenheit, Kraft- und Schnelligkeitsfußball vom Feinsten, smarten Ballverlagerungen, Positionswechseln, guten Kontern und spielerischer Dominanz hat es für RW Ahlen nicht zum Sieg gereicht. Das 1:1 gegen RW Oberhausen am Samstag brachte zwar den vorletzten Platz zurück, weil Bonn zuhause Bergisch-Gladbach 1:2 unterlag, aber für den überzeugenderen Dreier, für den war es erneut nicht genug.

Am Ende waren es die letzten 20 Minuten, die die Oberhausener für sich verbuchten, und die den Gästen dann doch noch einen knapp  verdienten Punkt einbrachten . „Dem ein oder anderen wurden doch die Beine schwer“, entschuldigte Trainer Andreas Zimmermann nach einem kraftraubenden Pressing die müde Phase, der als erstes die Präzision zum Opfer fiel. Der letzte Schritt wurde fahrig und ging ins Leere, die Bälle landeten immer öfter im weiten Raum statt auf dem Fuß.

Bis dahin aber führten die Hausherren im eigenen Stadion Regie, gingen durch Holldack per Strafstoß in Front - Winter hatte Mai knapp hinter der Strafraumgrenze gelegt (31.) und hatten durch den linksoffensiven Mai sogar noch die Riesenmöglichkeit zu erhöhen. Doch der scheitert, vom fleißigen Pihl geschickt, gleich zweimal völlig frei an RWO-Schlussmann Heekeren, der auch den Nachschuss abwehrt (41.).

Oberhausen wirkte, als habe es sein eigenes Hygienekonzept geschrieben. Die Kleeblätter schienen viel Respekt vor den Ahlenern zu haben und versuchten es mit viel gesundem Abstand. Lange Bälle, wenig Zweikämpfe und Befreiungsschläge sollten Ahlen vom eigenen Strafraum fernhalten und gleichzeitig mit viel Glück eigene Angriffe einleiten. Die fußballerische Lösung versuchten die Spieler von Mike Terranova erst, als Ahlen abbaute. Vorher vergab nocheinmal Wiesweg, den Francis bedient hatte (46.), und auch Zimmermann ließ mit der Einwechslung von Marzullo für Schmitz keinen Zweifel an seinem dringenden Wunsch nach dem zweiten, entscheidenden Tor.

Vergeblich: Oberhausen drehte die Kräfteverhältnisse mit dem Pfostenschuss von Kreyer (73.), der im nächsten Angriff gleich Oubeyapwa schickte, doch der Außenangreifer setzte den Ball freistehend über das Tor. Es war die Einleitung eines ebenso hektischen, wie dramatischen Schlussaktes. Zuerst setzt der eingewechselte Steinmetz den Ball aus schon nicht mehr so heiterem Himmel aus 18 Meter ins linke untere Eck zum Ausgleich (80.), schließlich trifft Marzullo nur den Pfosten (84.) und Odenthal  setzt die Kugel im Konter daneben (86.). „Oberhausen hätte auch noch zum Sieg treffen können“, räumte Zimmermann ein. „Und so war der Punkt schon o.k.“.

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