RWA-Prozess: Gosda-Anwalt zu Darlehen



Ahlen (gl) - Besonders viel haben sie nicht erledigen können an diesem sechsten Verhandlungstag am  Amtsgericht Ahlen gegen den ehemaligen Sportdirektor des damaligen Proficlubs RW Ahlen, Baris Günes, der sich seit dem 9. Mai dieses Jahres wegen gewerbsmäßigen Betrugs verantworten muss.

Ex-RWA-Präsident musste am sechsten Verhandlungstag nicht in den Zeugenstand.

Zum einen stand Ex-Sponsor Peter Evers am Donnerstag als Zeuge nicht zur Verfügung, weil er derzeit auf Sylt in Urlaub weilt. Obendrein schickte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Lothar Kintrup nach einem Rechtsgespräch ohne Öffentlichkeit auch Heinz-Jürgen Gosda wieder nach Hause.

Erst beim nächsten Termin am Freitag, 3. August, wird Gosdas Zeugenaussage, ebenso wie die von Maren Gosda als ehemalige Mitarbeiterin der Geschäftsstelle von RW, gefragt sein. Dafür musste Gosda allerdings, bevor er den Gerichtssaal verließ, seinen Rechtsbeistand Manfred Hohenhorst von der anwaltlichen Schweigepflicht entbinden.

Denn Hohenhorst hatte an diesem Morgen die für ihn ungewohnte Rolle eines Zeugen zugewiesen bekommen. Hintergrund der Befragung des Anwalts: Gosda hatte im November 2010 und im Januar 2011 zwei Darlehensverträge mit Günes abgeschlossen. Der erste in Höhe von 25 000 Euro war angeblich für eine „Football Soccer Management Group A.S.“ in Istanbul geschlossen worden, als dessen Geschäftsführer sich Günes ausgegeben hatte. Der zweite Vertrag direkt mit Günes war über 16 000 Euro abgeschlossen worden.

 Beide Darlehen sind bislang nicht zurückgezahlt worden. Das Gericht wollte nun herausfinden, ob und wann dem damaligen RW-Vorsitzenden Zweifel an der Seriosität Günes’ gekommen waren. Der Anwalt konnte bestätigen, dass er über eine internationale Anwaltsvereinigung, zu der sein Büro gehört, Erkundigungen in Istanbul eingezogen habe.

Dabei sei herausgekommen, dass eine „Football Soccer Management Group A.S.“ nicht bei der Istanbuler Handelskammer eingetragen sei. Weiter recherchiert habe man dann aus Kostengründen nicht. Hinsichtlich des zweiten Darlehensvertrages hatte der Anwalt herausgefunden, dass die darin angegebene Adresse von Baris Günes in Wesel nicht existiert habe. Das sei in jedem Fall vor dem 20. Oktober 2011 gewesen, erklärte der Rechtsanwalt auf Nachfrage des Staatsanwaltes.

Der Prozess wird mit dem siebten Verhandlungstag am Freitag, 3. August, fortgesetzt.                                                              Lisa Voss-Loermann

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