Sanierung birgt manche Überraschung



Rietberg (nit) - Wer ein älteres Gebäude saniert, erlebt immer wieder Überraschungen. Das gilt auch für die seit Monaten laufende Sanierung des alten Sparkassengebäudes an der Rathausstraße 36 in Rietberg. Dort will die Stadt ein barrierefreies Bürgerbüro einrichten.

Etwas höhere Kosten als geplant fallen bei der Sanierung der alten Sparkasse an der Rathausstraße 36 an.

 Wie Architekt Leon Meyer jetzt erläuterte, verteuert sich die Maßnahme um 184 000 Euro – bei Gesamtkosten von 1,34 Millionen Euro. Das markante Haus in der Innenstadt soll zusammen mit dem Haus Rathausstraße 38 (Juwelier Koch) demnächst Verwaltungsgebäude mit barrierefreiem Bürgerbüro werden.

Die Planungen mussten im November 2012 rasch über die Bühne gehen, weil die Stadt einen Antrag auf Fördergelder stellen konnte. Mit Erfolg: 70 Prozent der Baukosten werden erstattet, auch die nun entstandenen Mehrkosten können vielleicht noch im Nachgang gefördert werden. „Ende 2012 waren die detaillierten Überlegungen noch gar nicht abgeschlossen“, sagte Leon Meyer vom Rietberger Architekturbüro Meyer und Kleinewietfeld im Bauausschuss, dessen Mitglieder den Kostenanstieg einstimmig bewilligten.

Allein die Beseitigung baulicher Mängel, die so nicht absehbar war, schlagen mit 64 000 Euro zu Buche. Dazu gehören statische Mängel an der Fassade und marode Decken, die verstärkt werden mussten, sowie die Sanierung des Dachstuhls, der von einem Holzwurm befallen ist. 109 000 Euro zusätzlich fallen wegen behördlicher Auflagen an, die erfüllt werden müssen. Unter anderem geht es um den Brandschutz. Der ist im bestehenden Gebäude nicht mehr gewährleistet.

Weil Rietberg sich als Klimakommune selbst sehr hohe Standards auferlegt hat, muss die vorhandene Klimatechnik komplett entfernt und erneuert werden. Außerdem werden an der Rückseite des Gebäudes im ersten Obergeschoss neue Fenster eingesetzt. „Die Klimaschutzziele der Stadt müssen wir erreichen, deshalb ist das Niveau in diesem Bereich sehr hoch“, erläuterte Meyer.

Zusammen mit zusätzlichen Planungskosten ergibt sich insgesamt die Summe von 184 000 Euro.

Mit der Sanierung des Hauses direkt nebenan, Rathausstraße 38, wird erst im kommenden Jahr begonnen. Unter anderem entsteht eine öffentliche Toilette, die künftig von der Straße „Im Ennebutt“ aus zugänglich sein wird.

Das Bürgerbüro ist vorübergehend umgezogen, und zwar in das Gebäude Mühlenstraße 2/Ecke Rathausstraße, das vorher eine Filiale der Commerzbank beherbergt hat.

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