Schwerverletzte nach Randale bei Preußen-Spiel



Am Ende war die Niederlage von Preußen Münster gegen Essen nur noch eine Randnotiz. Denn Ausschreitungen überschatteten das Spiel.

2:3 musste sich Preußen Münster am Dienstag Rot-Weiss Essen geschlagen geben. Das Spielergebnis war nach Abpfiff aber nur noch eine Randnotiz. Fotos: Sanders

Münster (nd/pa/dpa) - Es begann wie gemalt und endete mit einem herben Tiefschlag – was für ein wilder Ritt. Nach 45 Minuten wähnte sich der SC Preußen Münster in der Spitzenpartie der Regionalliga West gegen Essen am Dienstagabend angesichts einer 2:0-Führung schon fast im Ziel. Die beiden Tore von Thorben Deters (19., 28.) krönten vor 7500 Zuschauern an der Hammer Straße eine fulminante erste Halbzeit. 

Trainer sieht Rote Karte

Aber das letzte Wort hatte der Gast aus Essen, der den Westschlager tatsächlich noch mit 3:2 für sich entschied. Kevin Holzweiler (50.), Isiah Ahmad Young (65.) und der eingewechselte Simon Engelmann (87.) drehten mit ihren Toren das Spiel. 

In der hektischen Schlussphase sah Trainer Sascha Hildmann wegen Meckerns die Rote Karte – der Frust war groß: „Es fällt mir schwer, Worte zu finden. Wir hatten es schon auf dem Teller, aber ein Spiel dauert eben mehr als 45 Minuten. Wir haben diese Schlacht zwar verloren, aber daran werden wir wachsen.“ 

„Jagd auf Preußen-Fans“

Richtig unschön wurde es nach Spielende, als Essener Anhänger eine Sicherheitszone durchbrachen und auf der Gegengerade „Jagd auf Preußen-Fans“ machten, wie SCP-Pressesprecher Marcel Weskamp bekanntgab. Es gab mehrere Verletzte. Nach Spielende kam es am Stadion zu Schlägereien. 17 RWE-Anhänger wurden festgenommen wegen gefährlicher Körperverletzung und Landfriedensbruchs, weitere Ermittlungen wegen Widerstands und Sachbeschädigung sind eingeleitet. Nach Spielschluss wurden Preußen-Fans Opfer von RWE-Problemfans.

Wie die Polizei mitteilte, waren etwa 800 Anhänger aus Essen zum Spiel angereist, darunter rund 200 sogenannte Problemfans. Das schnelle Agieren der Polizei verhinderte nach eigenen Angaben weitere Ausschreitungen. Dabei setzten die Beamten unter anderem Pfefferspray ein. Die Fanlager wurden getrennt, die Essener Problemfans zu ihren Bussen gebracht und in Begleitung über die Autobahn nach Essen eskortiert.

Schockierende Bilanz

Nach bisherigem Kenntnisstand der Polizei wurden in Folge der Auseinandersetzungen 30 Personen verletzt. 24 Personen wurden im Stadion vom Rettungsdienst behandelt. Vier Personen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, zwei wurden notärztlich versorgt. Zu den 30 verletzten Personen zählen mehrere im Stadion eingesetzte Ordner, die leicht verletzt wurden, und ein am Tor agierender Ordner, der schwer verletzt wurde. Zudem wurde ein Rentner beim Sturm der Essener Anhänger von der Treppe der Nordtribüne gestoßen und schwer verletzt.

Nach Angaben der Polizei verlief der Einsatz „atypisch“. Zwar musste die Partie knapp zwei Minuten wegen des Abbrennens von Pyrotechnik unterbrochen werden, das Spiel sei aber ansonsten friedlich abgelaufen.

Auch Vereine müssen mit Strafen rechnen

Konsequenzen für beide Clubs wird der Einsatz von Pyrotechnik haben. Aufgrund der Eintragung im Spielbericht des Schiedsrichters Timo Gansloweit (Dortmund) ist bereits ein Verfahren gegen beide Vereine beim Sportgericht des Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) eingeleitet. Dies bestätigte der Verband am Mittwoch auf Anfrage.

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