Sieben Religionen, ein Glaubens-Garten



Bad Lippspringe (gl) - Sieben Religionsgemeinschaften, sechs Jahre Vorbereitung, 370 ehrenamtliche Helfer: Das sind die Eckdaten des Glaubens-Gartens, der am Wochenende im Kaiser-Karls-Park der Landesgartenschau (LGS) 2017 in Bad Lippspringe (Kreis Paderborn) mit einem Festakt eröffnet wurde.

Festakt zur Eröffnung des Glaubens-Gartens in Bad Lippspringe: Vertreter der Glaubensgemeinschaften und das Projektteam vor dem Pavillon des Glaubens-Gartens auf der LGS 2017.

An dem Angebot sind Christen, Bahá’i, Hindus, Buddhisten, Muslime, Sikh und Juden beteiligt. Laut Projektteam ist der Glaubens-Garten bundesweit die umfassendste interreligiöse Präsenz, die jemals auf einer LGS verwirklicht wurde. 

 Die beteiligten Religionsgemeinschaften haben sieben Gärten mit jeweils typischen Symbolen und Texten gestaltet. Im Zentrum der kreisförmig angelegten Gärten steht ein neun mal neun Meter großer, offener und durch Leuchtstäbe von innen künstlerisch gestalteter Pavillon. Der christliche Garten wurde gemeinsam von katholischer, evangelischer, neuapostolischer und syrisch-orthodoxer Kirche von Antiochien gestaltet und stellt thematisch durch ein Becken mit sprudelndem Wasser die gemeinsame Taufe ins Zentrum. 

 Am Festakt nahmen Vertreter aller beteiligten Religionsgemeinschaften sowie der koptisch-orthodoxe Bischof Anba Damian teil. Für die katholische Kirche sagte Domkapitular Benedikt Fischer (Paderborn), die Gestaltung des Glaubensgartens strahle Wärme aus und bewirke ein Wohlgefühl. Der Glaubensgarten zeige deutlich, dass Religionen in Dialog miteinander treten können und nicht „Stein des Anstoßes“ für Krieg und Unfriede sein müssten, sagte Fischer.

Auch die Vertreter der anderen beteiligten Religionen würdigten den Glaubens-Garten als Symbol dafür, dass Frieden zwischen den Religionen möglich sei, sprachen Gebete aus ihren Glaubenstraditionen und wünschten dem Projekt Gottes Segen.

Pfarrerin Antje Lütkemeier, Sprecherin des Glaubens-Gartens und Gemeindepfarrerin in Bad Lippspringe, erinnerte an den langen Weg von der Vision bis zur Verwirklichung, der manchmal auch mühsam gewesen sei. Letztlich habe man aber durch die Gespräche viel miteinander, voneinander und über sich selbst gelernt und sei nie von der Überzeugung abgewichen, dass dieses „Statement gegen Angst und Hass“ notwendig sei.

Künstlerisch wurde der Festakt vom Bahá’i-Chor „Stimmen Bahas“ und indischen Tänzen gestaltet. Christen der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien trugen ein gesungenes Vater Unser in aramäischer Sprache vor. Das Ridván-Fest der Bahá’i, das bis zum 2. Mai begangen wird, prägte die Feier, die sich an den Festakt anschloss. Das Fest erinnert an die erste öffentliche Verkündigung des Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridván in der Nähe von Bagdad.

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