Sparkasse darf nicht vereinigt werden



Rietberg (bit) - „Auch wenn die Banken-Partnerbörse in der Region stark floriert, bleibt die Sparkasse Rietberg lieber Single“, hieß es noch im Februar 2014 in der „Glocke“. Gute zwei Jahre später bietet sich ein anderes Bild: Das Geldinstitut führt Fusionsgespräche mit den Gütersloher Kollegen.

Bei der Gründung hatte man einen solchen Schritt noch kategorisch ausgeschlossen. Das zeigt ein Blick ins Stadtarchiv. Der Oberpräsident von Westfalen, Friedrich von Kühlwetter, hat das Statut für die Sparkasse Rietberg am 21. Februar 1878 genehmigt und im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Minden sowohl am 16. Aas auch am 23. März 1878 bekanntgemacht. Es wird vermutet, dass die doppelte Bekanntmachung besonders auf den Paragrafen zwei der Satzung hinweisen wollte. Er lautete: „Die Sparkasse ist ein selbstständiges Institut und darf nicht mit anderen Kassen vereinigt werden. Sie hat ihren Sitz in der Stadt Rietberg, besteht unter der Garantie der Stadtgemeinde und unter der Aufsicht der Gemeindebehörde.“

Das Kuratorium bildeten der Grafschaftsbesitzer C. F. Tenge, der Apotheker Fr. Rotgeri und der Kaufmann Arn. Bartscher. Die Geldgeschäfte überwachten Sanitätsrat Dr. Pelizaeus, Kaufmann W. Dreyer und Kaufmann E. Vogt. Zum Rendanten wurde Gemeindevorsteher Johannes Aldehoff bestimmt.

Das der Sparkasse 1921 von der Stadt Rietberg zur Verfügung gestellte Gebäude an der heutigen Rathausstraße beherbergte ursprünglich neben den Kassenräumen das Amtsgericht und die Gaststätte „Die Börse“, bis diese aufgegeben und das Amtsgericht nach Wiedenbrück verlagert wurde. Zur Erschließung des Geschäftsgebiets kamen Zweigstellen hinzu: Am 2. Mai 1955 eröffnete die Filiale in Bokel, die 1967 in ein eigenes Gebäude umzog. Am 5. Juli 1968 folgte die Niederlassung an der Bahnhofstraße in Rietberg, für die zehn Jahre später in unmittelbarer Nähe ein Neubau nach modernsten Gesichtspunkten entstand (heutiger Standort der Hauptstelle).

Ab dem 18. Juni 1971 zeigte die Sparkasse Rietberg im neuen Stadtteil Mastholte Präsenz, wo schon die Kreissparkasse Wiedenbrück mit einer Zweigstelle vertreten war. Bereits vor der kommunalen Gebietsreform 1970 zählten die Rietberger viele Mastholter zu ihren Kunden. Einen gewaltigen Wachstumsschub erfuhr die Sparkasse Rietberg, als sie zum 1. Juli 1985 – genau 15 Jahre nach der kommunalen Gebietsreform und Auflösung der Amtsverfassung – die Geschäftsstellen der Kreissparkasse Wiedenbrück in Mastholte, Neuenkirchen, Varensell und Westerwiehe übernehmen konnte.

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