SPD möchte Schulsystem „in Ruhe lassen“



Bielefeld (the). Elf Direktmandate hat die SPD bei der Landtagswahl 2012 in Ostwestfalen gewonnen. Mindestens ebenso viele werden es auch am 14. Mai dieses Jahres sein – hoffen die sozialdemokratischen Kandidaten für die 15 OWL-Wahlkreise.

Die SPD-Landtagskandidaten für den Kreis Gütersloh: (v.l.) Jan Goldberg (Rheda-Wiedenbrück), Susanne Kohlmeyer (Gütersloh) und Georg Fortmeier (Nordkreis Bielefeld)

 Am Donnerstagabend stellten sie in Bielefeld einige Bereiche vor, in denen sie sich für NRW und für die Region starkmachen wollen. Ein Ziel der SPD sei es, die Versorgung mit schnellem Internet auszubauen, führte Georg Fortmeier (Wahlkreis Gütersloh I - Bielefeld III) aus. NRW-weit seien bereits 82,2 Prozent der Haushalte an Kabel mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 50 MBit/Sekunde angeschlossen, sagt der 61-jährige Bielefelder. Gerade 2016 „haben wir hier einen Sprung nach vorne gemacht“. OWL mit seinen vielen ländlichen Gebieten habe im Übrigen massiv von Förderungen des Bundes und des Landes in diesem Bereich profitiert – seit 2008 seien 128 Millionen Euro in die Region geflossen. Ziel der rot-grünen Landesregierung ist es, bis Ende 2018 eine flächendeckende Versorgung mit 50-MBit-Kabeln zu schaffen. Ende 2026, so das Ziel der SPD, sollen dann überall Glasfaserkabel für noch schnelleres Internet liegen.

Als Psychologin in der Lehrerausbildung und Mutter von vier Kindern beschäftigt sich Susanne Kohlmeyer (50, Wahlkreis Gütersloh II) viel mit Schulpolitik. Eine auch künftig von der SPD geführte Regierung werde das Schulsystem weitgehend „in Ruhe lassen“, sagt die Gütersloherin – und nur dort nachbessern, wo es Probleme gibt. Das bedeutet: Die Sekundarstufe I soll auf die 10. Klasse ausgeweitet werden, auch an Gymnasien jeder Schüler in dieser Stufe einen Abschluss erwerben. Wer das Abitur machen möchte, soll in Klasse 9 selbst entscheiden können, ob er die Oberstufe in zwei oder in drei Jahren durchlaufen will. Der Lipper Dr. Dennis Maelzer verteidigte die Entscheidung der Landesregierung, keine Medizinische Fakultät in Bielefeld anzusiedeln. Das Modell, wonach Studenten der Uni Bochum Praxissemester an Kliniken und in Arztpraxen in der Region absolvieren, verspreche mehr Erfolg bei dem Versuch, sie zum Bleiben zu motivieren.

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