Stadlers Garten aus Dornröschenschlaf erwacht



Rietberg-Neuenkirchen (bv)  - Stadlers Garten ist aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Mit einem märchenhaften Fest der Lichter wurde die zauberhafte Grünoase im Rahmen der Maitage im Wapeldorf eröffnet.

Blütenpracht und Lichtspiele gingen ein harmonisches Miteinander ein bei der Illumination von Stadlers Garten in Neuenkirchen zum Auftakt der Maitage.

 „Das war eine besondere Premiere, die sich die Neuenkirchener auf jeden Fall verdient haben“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder. Die positive Resonanz der zahlreichen Besucher habe bei ihm ein ebenso gutes Gefühl hinterlassen, wie das Dorfgraben-Septett, das direkt aus dem jetzt freigelegten Gewässer eine urige Eröffnungsshow ablieferte. „Das war wirklich herausragend“, bedankte sich Sunder bei allen Akteuren. 1,24 Millionen Euro hat die Umgestaltung der 2400 Quadratmeter großen Grünfläche in einen städtischen Park gekostet – inklusive Grunderwerb. 70 Prozent der Gesamtkosten finanzieren Bund und Land, der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 372 000 Euro.

Maibaum gepflanzt

Den obligatorischen Maibaum, den die Neuenkirchener schon seit 32 Jahren im Rahmen der Maitage pflanzen, hat in diesem Jahr das hiesige Planungsbüro Wolf und Edenfeld gespendet. Es zeichnet für die Planung von Stadlers Garten verantwortlich und war auch an der Umsetzung beteiligt. „Ferdi Wolf trägt schon seit Jahrzehnten dazu bei, dass wir hier nicht nur einen Holzmast aufstellen, sondern die vorbildliche Tradition pflegen, echte Maibäume zu pflanzen“, betonte Sunder in seiner Eröffnungsansprache. Dies sei mehr als Symbolik, da immer mal wieder ein Baum aus dem Stadtbild verschwinde. Die junge, von den Jungen und Mädchen der Tagespflegegruppe Lönneberga bunt geschmückte Hainbuche ergänzt die bereits vorhandenen Bäume auf dem Parkplatz zwischen Bollweg und Fleischerei Strunz.

Auch sonst präsentiert sich das Wapeldorf zum Wonnemonat herausgeputzt. Pünktlich zu den Maitagen haben die ehrenamtlich aktiven Männer der „Schüffeltruppe“ um Hans Daberkow die Blumenkübel in der Dorfmitte erneuert. „Am Donnerstag sind die Kübel fertig geworden“, erläuterte der frühere Ortsvorsteher. Dass die sieben fleißigen Hobbygärtner, die in ungezählten Arbeitsstunden viele öffentliche Blumenbeete pflegen, künftig auch in Stadlers Garten Schaufel und Besen schwingen, schloss der mittlerweile 80-Jährige gegenüber der „Glocke“ aus: „Das würde unsere Kapazitäten sprengen“.

Dorfgraben offengelegt

Die Umgestaltung von Stadlers Garten ist eine der Maßnahmen des Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzepts für Neuenkirchen. Das von Bärbel Diekhans initiierte und in Zusammenarbeit mit der Stadt auf den Weg gebrachte Konzept erfüllt eine wichtige Grundvoraussetzung für die Gewährung von Fördergeldern. „Als Nächstes steht die Offenlegung des Dorfgrabens in Pastors Garten und die Neugestaltung des Kirchplatzes an“, freut sich die rührige Ortsvorsteherin.

Auch diese Maßnahmen werden zu 70 Prozent gefördert. Vor wenigen Tagen kam der Bescheid, dass hierfür insgesamt 820 000 Euro öffentliche Gelder bewilligt wurden. „Das charmante daran ist, dass in der Summe sowohl der Erwerb, als auch der Abriss des gesamten Körkemeierhaus-Komplexes enthalten ist“, sagte Sunder auf Nachfrage der „Glocke“. Das vordere Fachwerk-Gebäude (früher Schlecker) sei nicht denkmalgeschützt. Die Kirchengemeinde beteilige sich sowohl gestalterisch, als auch finanziell an der Neugestaltung des Kirchplatzes. Sunder: „Die Pläne sollen im Herbst vorgestellt werden, sodass 2018 mit der Umsetzung begonnen werden kann“.

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