Stadtbibliothek seit 30 Jahren ein Vorbild



Gütersloh (rebo) - Vor drei Jahrzehnten sind Heerscharen von Bibliothekaren – so formuliert es Petra Imwinkelried – durch die Stadtbibliothek Gütersloh gezogen. „Es war eine absolute Modelleinrichtung“, sagt die Geschäftsführerin. In der kommenden Woche wird der 30. Geburtstag der Bücherei gefeiert. Und die Stadtbibliothek ist auch heute wieder beispielhaft für andere Einrichtungen.

30 Jahre – Die ganze Welt in einem Haus: Unter diesem Motto laden Petra Imwinkelried, Geschäftsführerin, Anja Krokowski, stellvertretende Bibliotheksleiterin, und Christiane Güth, Öffentlichkeitsarbeit, zur Jubiläumswoche in die Stadtbibliothek ein.

„Beim bundesweiten Wettbewerb ,Beste Stadtbibliothek‘ haben wir im vergangenen Jahr den zweiten Platz belegt“, sagt Imwinkelried. „Direkt hinter Stuttgart.“ Für die Geschäftsführerin ist die Jubiläumswoche ab Samstag, 3. Mai, ein bisschen so etwas wie eine Abschiedsveranstaltung. Die Schweizerin geht nach sechs Jahren Arbeit in Gütersloh zurück in die Heimat. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge. „Ich bin gern hierher gekommen. Die Unterstützung innerhalb des Hauses im Zuge der Einsparungen und auch die Hilfe der ganzen Stadt bei den Bemühungen, unsere Bibliothek zu erhalten, war großartig. Aber ich gehe jetzt auch gern zurück“, sagt sie leise. „Ich bin doch ein Heimwehkind.“ Für die Jubiläumswoche hat sie mit ihrem Team ein spannendes Programm zusammengestellt. „Nicht nur für unsere Kunden“, wie sie betont.

Jan Weiler und Antonia Rados lesen

Wie es sich für eine Stadtbibliothek gehört, wird zum Geburtstag vorgelesen. Kolumnist Jan Weiler bringt am 9. Mai sein Buch „Das Pubertier“ mit. Er wird erzählen, wie ihn seine halbwüchsigen Kinder an den Rand der Verzweiflung treiben (die Lesung ist ausverkauft). Antonia Rados, die seit 30 Jahren aus Krisengebieten in aller Welt berichtet, kommt am Dienstag 13. Mai nach Gütersloh und liest aus ihrem Buch „Die Bauchtänzerin und die Salafistin“. Aber auch Lesungen für Kinder, ein Treffen des Literaturkreises, der Dialog in Deutsch und Veranstaltungen zu neuen Medien gehören zum Geburtstagsprogramm. Und wer immer schon wissen wollte, wie eine Stadtbibliothek organisiert ist, darf am 3. und 10. Mai einen Blick hinter die Kulissen werfen. Ab 11 und 14 Uhr geht es mit Petra Imwinkelried durch das Gebäude an der Blessenstätte. „Damit endlich einmal geklärt wird, was Bibliothekare eigentlich so den ganzen Tag machen“, wie die Geschäftsführerin schmunzelnd erklärt. Und damit die Stadtbibliothek auch in Zukunft zahlreiche Nutzer findet, hat die Bertelsmann Stiftung der Einrichtung ein Geburtstagsgeschenk gemacht. In den kommenden Tagen wird eine Broschüre an 44 000 Haushalte verschickt, die über die Angebote der Bücherei informiert.

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