Stelldichein der Emser Originale



Schloß Holte-Stukenbrock (gl) - Plattdeutsch sprechende Emser Originale sind in der im vergangenen September eröffneten Ems-Erlebniswelt zu bestaunen. Die Menschen, die sich dahinter verbergen, waren jetzt ins ehemalige Senner Pfarrhaus eingeladen. Nur der Krabbenfischer kam nicht.

Sennebäuerin

Josef Kückmann arbeitete einst als Landwirtschaftsberater in Indien. Den Ureinwohnern dort habe er stets geraten, bei aller Modernisierung die eigenen Traditionen zu bewahren, erzählt der 74-Jährige. Zurück in Münster, nahm Josef Kückmann dieselbe Aufgabe für seine westfälische Heimat in den Blick – und wurde Kiepenkerl.

Als so ein umherziehender, die Landbevölkerung mit dem Nötigsten sowie aktuellem Klatsch und Tratsch versorgender Händler aus früheren Zeiten zählt der Münsteraner zu den fünf Emser Originalen in der Ems-Erlebniswelt. Auf Plattdeutsch erzählen sie den Besuchern der Ausstellung von den unterschiedlichen Regionen entlang des Flusses. Die Station ist so aufgebaut, dass die gefilmten Köpfe der fünf Originale in einem Bildschirm erscheinen. Dazu lässt sich die passende Tracht stellen.

Dankeschön der Stadt

Die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Emser Originale am Dienstag ins ehemalige Senner Pfarrhaus eingeladen. Vier von fünf kamen. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (CDU) und Imke Heidotting vom Stadtmarketing dankten ihnen dafür, dass sie sich zur Verfügung gestellt hatten. Beide betonten, sie erwarteten eine prima Saison 2011 für die Ems-Erlebniswelt.

Nicht gekommen war Krabbenfischer Walter Bünker, der für Ostfriesland steht, wo die Ems in die Nordsee mündet. Heinrich Reiners (75) aus Geeste repräsentiert das Emsland und erzählt in der Ausstellung vom Torfstechen.

Von echtem Schrot und Korn

Dr. Rolf Westheider (54), Leiter des Stadtmuseums Gütersloh und Vorsitzender des Kreisheimatvereins, gibt einen Schnapsbrenner von echtem Schrot und Korn. Und Renate Dorenkamp aus Stukenbrock berichtet als Sennebäuerin von der mühsamen Arbeit des Pleggenstechens. Nach einem späten Frühstück zeigte Conrad Thorwesten den Gästen die Stadt.

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