„Stolpersteine“ gegen das Vergessen



Rietberg-Neuenkirchen (gdd) - Vor der Villa Kemper, Lange Straße 109, hatten sich rund 80 Zuschauer still versammelt, als am Donnerstag um 13.30 Uhr Gunter Demnig vier Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einbettete. „Stolpersteine“, wie sie der 69-jährige Künstler aus Köln nennt.

Vor der Villa Kemper, Lange Straße 109, hatten sich rund 80 Zuschauer still versammelt, als am Donnerstag Gunter Demnig diese vier Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einbettete.

Die metallenen Erinnerungssteine weisen an dieser Stelle auf den selbstgewählten letzten Wohnsitz von Johann, Kate, Hildegard und Joseph Kemper hin. Die Fabrikantenfamilie hatte unmittelbar nach den Novemberpogromen von 1938 die Koffer gepackt und war aus Deutschland geflüchtet. In England schlugen sie neue Wurzeln.

Sieben Steine wurden vor dem Haus Lange Straße 141 in den Bürgersteig eingelassen. Gedacht wird damit der Familie Lilienthal, die von den Nazis ermordet worden ist. Vier Steine setzte Demnig vor dem Rewe-Markt, dort, wo sich einmal das Haus Detmolder Straße 10 befand, in dem die Familie Eltzbacher lebte.

Ergreifend war am Donnerstag die Ansprache von John Rhodes (64), einem Kemper-Nachfahren. Der britische Rechtsanwalt war mit Familienangehörigen nach Neuenkirchen gereist, um an der Gedenkfeier teilnehmen zu können.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.