Sturmtief „Christian“ lässt Bäume umknicken



Kreis Warendorf/Kreis Gütersloh (dpa/gl) - Das Unwetter hat die Region voll getroffen. Im Kreis Warendorf rückte die Feuerwehr bis zum Montagnachmittag mehrmals aus, um umgekippte Bäume und abgebrochene Äste von Straßen und Wegen zu entfernen. Im Nachbarkreis sah es ähnlich aus.

In Einen-Müssingen fiel ein Baum direkt in das Haus einer Familie. Diese hielt sich zwar währenddessen darin auf, kam jedoch mit dem Schrecken davon. Lediglich die Dachrinne und einige Dachziegel wurden beschädigt.

Unter anderem im Gütersloher Ortsteil Spexard sorgten die Winde am Sonntagmittag für einen Feuerwehreinsatz. Dort war ein Baum auf eine Telefonleitung gestürzt. Die Leitung am Plümers Weg musste erst von der Telekom gekappt werden, bevor die Feuerwehr den Baum zerkleinern konnte. Außerdem stürzte ebenfalls am Sonntagmittag in Avenwedde (Denkmalsweg) ein Baum um, berichtete der Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Gütersloh, Wolfgang Hildebrandt. Verletzt wurde dabei niemand.

Im Kreis Warendorf sind laut Lagedienstführer Michael Grotegut in der Nacht zu Montag zwei Bäume umgefallen. Die Feuerwehr sei in die Bergamtsstraße in Ahlen und in ein Waldstück am Meerweg in Wadersloh ausgerückt, sagte Grotegut auf „Glocke“-Nachfrage.

Weitere umgefallene Bäume bis zum Nachmittag

Neu hinzugekommen waren bis zum Nachmittag im Kreis Warendorf Einsätze in Freckenhorst (Vogelfeld), Milte (Dorfstraße und L 830) und Einen (Am Lienkolk). In Oelde hat der Wind ein Zirkuszelt umgerissen. Auch weil dies vor der Nachmittagsaufführung geschah, ist niemand verletzt worden.

<mediaobject class="imageleft" id="X0.396852942651279" type="image" uid="01f807d8-a99c-4da7-b0ba-5ec0e8ddb9e4" url="http://ecms.die-glocke.de/alfresco/d/d/workspace/SpacesStore/01f807d8-a99c-4da7-b0ba-5ec0e8ddb9e4/Zirkus.jpg" uuid="01f807d8-a99c-4da7-b0ba-5ec0e8ddb9e4" x0="0" x1="100" y0="0" y1="100"> <element name="Unterschrift">Ein Zirkuszelt, das in Oelde aufgebaut war,  konnte dem Wind nicht standhalten. <element name="Quelle"/> </mediaobject>Auch in Ostbevern und Neubeckum sei die Feuerwehr zu Einsätzen unterwegs gewesen, berichtete ein Feuerwehr-Sprecher. In beiden Fällen mussten größere Äste entfernt werden. In Ahlen sicherten die Feuerwehrleute die Symboltafeln am Maibaum, der auf dem Marktplatz steht.

Im Kreis Gütersloh häuften sich die Einsätze, zu denen die Feuerwehr bis zum Nachmittag ausrücken musste, ebenfalls. Insgesamt zwölfmal waren die Helfer bis zu diesem Zeitpunkt unterwegs in Gütersloh, Harsewinkel, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schloss Holte-Stukenbrock, Steinhagen, Verl und Versmold, berichtete der Kreisfeuerwehrsprecher Wolfgang Hildebrandt. Bei der Polizei gingen den Tag über 28 Meldungen über Sturmschäden und Gefahrenstellen ein. In 20 Fällen waren es Äste oder Bäume, die auf Fahrbahnen und Grundstücke gestürzt waren. Es wurde niemand verletzt. Die übrigen Meldungen bezogen sich auf Zäune, Bauzäune und andere Gegenstände, die umhergeweht wurden.

Zwei Tote in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen sind zwei Menschen bei dem Sturm ums Leben gekommen. Ein Baum stürzte auf ein Auto und erschlug den 39-jährigen Fahrer und ein minderjähriges Mädchen. Zwei weitere Kinder erlitten Verletzungen. Der Wagen sei am Montag von Essen nach Gelsenkirchen gefahren, als er außerhalb der geschlossenen Ortschaft von einem „großen Baum“ mitten auf dem Dach getroffen wurde, teilte die Polizei mit.

In Bielefeld und Münster hielten sich die Schäden laut Informationen der Feuerwehrleitstellen in Grenzen. In den Stadtgebieten wurden jeweils etwa sechs Fälle gemeldet, in denen Bäume umgefallen, Äste abgebrochen oder Dachziegel heruntergefallen waren. Niemand ist verletzt worden. Wegen des starken Sturms bleibt der bewaldete Teil des Schlossgartens in Münster bis Mittwochmorgen für Besucher geschlossen. Außerdem ruht der Kirmesbetrieb des Send auf dem Schlossplatz am Montag.

Unwetterwarnung für die Kreise Borken und Steinfurt

Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung für die Kreise Borken und Steinfurt heraus.

Das stürmische Wetter hält am Montag an. Bis in die tieferen Lagen sei mit Sturmböen bis Windstärke 10 zu rechnen, wie es vom Deutschen Wetterdienst in Essen hieß. Außerdem soll es Schauer geben. Am Dienstag gehen die Windstärken allmählich zurück. Auch die Temperaturen sollen von bis zu 19 Grad am Montag auf dann um die 13 Grad sinken. Für Teile Norddeutschlands und auf dem Brocken sagte der DWD in Offenbach sogar Orkanböen voraus. „Damit ist die Sturmsaison nun wohl endgültig eröffnet“, meinte dort der Meteorologe vom Dienst, Lars Kirchhübel. Auslöser sind Tief Burkhard und Orkantief Christian.

Am Sonntag wurden dem Essener DWD zufolge auch in den tieferen Lagen Nordrhein-Westfalens Windstärken 8 und 9 erreicht. Das bedeutet: stürmischer Wind und Sturm. Spaziergänger sollten sich dabei etwa auf herabfallende Äste gefasst machen. Für den Kahlen Asten hieß es mit Windstärke 10 sogar zeitweise: schwerer Sturm.

Bahn-Verspätungen wegen Unwetter

Wegen des Unwetters verspäten sich Fernzüge nach Norddeutschland und Berlin zum Teil bis zu eine Stunde, melden verschiedene Medien. Am Flughafen Düsseldorf fielen nach Angaben einer Sprecherin zehn Flüge aus - wegen der Stürme an den Start- und Zielflughäfen in London und Amsterdam.

Ausführliche Berichte über die Folgen des Sturms lesen Sie in den Dienstagausgaben (29. Oktober 2013) der „Glocke“ und des „AT“.

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