Suche nach Nutzung der „Saunaquelle“



Langenberg (lani) - Bis ins Jahr 2017 haben sich Gesundheitsbewusste und Wellnessfreunde an der Bentelerstraße regelmäßig zum gemeinsamen Schwitzen getroffen. Mittlerweile treibt die „Saunaquelle“ lediglich den Eigentümern Schweißperlen auf die Stirn.

Über die Zukunft der „Saunaquelle“ ist noch nicht entschieden. Nach der Insolvenz des Betriebs ist das Blockbohlenhaus samt parkähnlicher Grünanlage sowie Betriebsleiterwohnung in den Besitz der Volksbank Rietberg übergegangen. Diese will die Gewerbeimmobilie wieder verkaufen – findet aber keinen Abnehmer. Das Geldinstitut hat nun eine Bauvoranfrage an den Kreis gerichtet, ob auf dem Grundstück ein Familien- und/oder Jugendzentrum genehmigungsfähig ist.

Nach der Insolvenz des Betriebs ist das Blockbohlenhaus samt parkähnlicher Grünanlage sowie Betriebsleiterwohnung in den Besitz der Volksbank Rietberg übergegangen. Diese will die Gewerbeimmobilie wieder verkaufen – findet aber keinen Abnehmer.

Starke Konkurrenz in der Nachbarschaft

Starke Konkurrenz in der Nachbarschaft, der Trend hin zu großen Eventsaunen – aus betriebswirtschaftlicher Sicht scheide ein Weiterbetrieb der „Saunaquelle“ als Wellnesstempel laut dem Geldinstitut aus, wie die Verwaltung zuletzt informierte. Daher gebe es seitens der Genossenschaftsbank schon länger Überlegungen, das Objekt einer alternativen Nachnutzung zuzuführen. Aufgrund der Lage der Immobilie und baurechtlicher Vorgaben sind die Möglichkeiten dafür jedoch äußerst begrenzt.

Eine Wohnbebauung ist in diesem Bereich aufgrund der Nähe zu Sportanlagen weder gewünscht noch erlaubt. Zwar habe es bezüglich einer möglichen Nachnutzung Gespräche zwischen Volksbank und Verwaltung gegeben, diese hätten jedoch rein informellen Charakter gehabt, betonte Bürgermeisterin Susanne Mittag im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung. Gleichwohl ist das Geldinstitut nun mit einem konkreten Plan zur Zukunft der „Saunaquelle“ vorgeprescht.

An den Kreis hat die Volksbank Rietberg eine Bauvoranfrage gerichtet, ob auf dem Grundstück ein Familien- und/oder Jugendzentrum genehmigungsfähig ist. Zudem will man wissen, ob die Betriebsleiterwohnung als einfaches Wohngebäude genutzt werden könnte. Aus Sicht der Verwaltung spricht nichts gegen eine solche Nachnutzung. Sie hatte daher vorgeschlagen, das vom Kreis angefragte gemeindliche Einvernehmen in dieser Angelegenheit zu erteilen.

„Das Ganze stinkt zum Himmel“

Das sahen die Mitglieder des Bauausschusses anders. „Das Ganze stinkt zum Himmel“, machte CDU-Ratsherr Jürgen Adolf seinem Unmut Luft. Zwar sei einem kleinen Kreis in der Gemeinde bekannt, dass es auch seitens der Caritas Überlegungen gibt, das Familienzentrum zu verändern. „Aber woher weiß die Volksbank das?“, fragte sich Adolf.

Aus seiner Sicht kann das nur möglich sein, wenn bewusst ein Kontakt zwischen den beiden Parteien hergestellt worden ist. „Und so etwas gehört im zuständigen Ausschuss natürlich besprochen. Das ist nicht der Fall gewesen“, unterstrich der Christdemokrat. Nun habe die Gemeinde keine Verhandlungsbasis mehr, gegebenenfalls selbst das Grundstück zu erwerben.

Betriebsleiterhaus lässt keine Wünsche offen

Die gewerbliche Sauna wurde 1997 als kreuzförmig konzipiertes Blockbohlenhaus in typisch finnischem Stil erbaut. Die gesamte Nutzfläche des Hauptgebäudes beläuft sich auf 620 Quadratmeter. Die hochwertig errichtete und ausgestattete Betriebsleiterunterkunft nebst Doppelgarage und Carport verfügt über eine Wohnfläche von 240 Quadratmetern und einer zusätzlichen Nutzfläche von 65 Quadratmetern. Das Haus lasse keine Wünsche offen, wirbt die Volksbank Rietberg für die Immobilie.

Aus städtebaulicher Sicht spricht auch für die Gremiumsmitglieder nichts dagegen, wenn auf dem Grundstück der „Saunaquelle“ ein Familien- und/oder Jugendzentrum entstehen würde. Gegen eine ungebundene Wohnnutzung des bisherigen Betriebsleitergebäudes jedoch schon. Erst recht nicht gewollt ist eine Neubebauung mit Wohnimmobilien an dieser Stelle.

Ausschuss attestiert Genehmigungsfähigkeit

Unabhängig von der Frage, ob durch die Caritas oder einen anderen Träger ein solches Projekt tatsächlich umgesetzt würde, hatten die Mitglieder des Bauausschusses über die vorgelegten Fragen zu entscheiden. Einstimmig attestierten sie dem angefragten Projekt Genehmigungsfähigkeit. Ebenso klar stimmten die Bürgervertreter gegen ein ungebundenes Wohnen auf dem Gelände.

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