Tafel braucht dringend junge Helfer



Ennigerloh (jew) - Mehr als 200 bedürftige Menschen hat die Ennigerloher Tafel in diesem Jahr mit Lebensmitteln versorgt. Das Spendenaufkommen ist zufriedenstellend, aber die Suche nach neuen Helfern bereitet dem Team Sorgen.

Das Obst für die Tafel-Kunden sortieren (v. l.) Gertrud Seitz aus Neubeckum und Heike Moltran aus Wadersloh. Das Team der Ennigerloher Tafel wünscht sich mehr junge Helfer.

 Die Mitglieder werden immer älter, der Nachwuchs fehlt. „Der Helfermangel ist akut geworden“, sagt Vorsitzender Norbert Pfund. Kisten packen, die Fahrzeuge be- und entladen, Lebensmittel nach Haltbarkeit und Vorlieben der Kunden sortieren – die Arbeit bei der Ennigerloher Tafel ist nicht nur vielfältig, sondern oft auch anstrengend. Viele Jüngere sind berufstätig, zum Helfen fehlt ihnen oft die Zeit. Norbert Pfund hofft dennoch auf neue Unterstützer.

Aufwandsentschädigung beschlossen

Um junge Leute gewinnen zu können, hat der Vorstand beschlossen, diesen eine Aufwandsentschädigung von 100 Euro pro Monat zu zahlen. „Wir haben zwar Bauchschmerzen dabei, aber es geht nicht anders“, betont Norbert Pfund. Darüber hinaus hat die Ennigerloher Tafel den Antrag auf Einstellung von vier Personen im Rahmen der Flüchtlingsintegrationsmaßnahme (FIM) gestellt. Die Flüchtlinge könnten bei einer Entschädigung von 80 Cent pro Stunde die Arbeit der Ehrenamtlichen entlasten.

Spenden sind wichtig

Die Tafel kann Bedürftigen nur helfen, wenn sie genügend Geld- und Lebensmittelspenden erhält. „Aktuell haben wir keine Geldsorgen, aber wir sind darauf angewiesen, dass das Spendenaufkommen so bleibt“, erklärt Pfund. Die Tafel muss ein weiteres Kühlfahrzeug anschaffen. Die Finanzierung ist ohne Spenden nicht möglich.

Zu viele abgelaufene Lebensmittel

Geschäftsführerin Christina Rave hat in diesem Jahr eine Entwicklung beobachtet, die sie verärgert. Es vergeht kein Arbeitstag, an dem sie nicht abgelaufene Lebensmittel entsorgen muss. Waren, deren Inhaltsstoffe verderblich sind, und deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, kann sie nicht an die Kunden weitergeben. „Was ich nicht mehr esse, gebe ich auch keinem mehr“, sagt sie. Die Tafel müsse unzählige Lebensmittel wegwerfen und die Entsorgungskosten tragen. Sie wünscht sich, dass die Supermärkte die Waren vorher besser aussortierten.

Tafel verteilt Weihnachtspakete

Am Samstag, 17. Dezember, verteilt die Tafel wieder Weihnachtspakete an Bedürftige. Wer Geschenke spenden will, kann diese noch bis zum 16. Dezember bei der Tafel, Schleedahlstraße 2a in Ennigerloh, abgeben. An den Päckchen sollte ein Zettel kleben, auf dem der Inhalt vermerkt ist. Wer sich als Helfer bei der Ennigerloher Tafel engagieren will, meldet sich unter  02524/9281381.

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