Tierschützer: „Verfahrenseinstellung ist ein Skandal“ 


Hohe Wogen schlug 2020 ein Video aus einem Schweinestall. Die Bilder zeigten eklatante Missstände. Nun wurde das Verfahren eingestellt.

Im Juli 2020 hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus einem Schweinemastbetrieb in Rheda-Wiedenbrück veröffentlicht, die deutliche Missstände aufzeigten.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Im Juli 2020 hat das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial aus einem Schweinemastbetrieb in Rheda-Wiedenbrück veröffentlicht, die deutliche Missstände aufzeigten. Nun ist das Verfahren gegen Vater und Sohn von der Staatsanwaltschaft in Bielefeld eingestellt worden. Die beiden Männer betreiben jeweils eine Halle, wobei der Junior eine Geldbuße von 600 Euro bezahlen muss. 

„Das ist ein Skandal“

„Das ist ein Skandal. Solch ein Tierquäler muss sich vor Gericht verantworten“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Durch das Videomaterial und auch durch die Behörden sei dem Sohn eine Straftat nachgewiesen worden. „Ich verstehe nicht, warum nicht durchgegriffen wird.“ In seinen Augen gehört der Landwirt ins Gefängnis. 

Vorwürfe wiegen schwer

Die Liste der Vorwürfe, die die Organisation erhebt, wiegen schwer. Pfeifer listet eine ganze Reihe von unbehandelten Verletzungen auf, moniert die hygienischen Zustände ebenso wie die dichte Belegung der Ställe. Außerdem seien zu wenige Tränken vorhanden gewesen, gesetzlich vorgeschriebene Krankenbuchten hätten gänzlich gefehlt. „Einige der Tiere mussten nach einer Kontrolle durch das Kreisveterinäramt notgetötet werden.“ 

Das Verfahren gegen den Vater wurde eingestellt. „Hier wird das Deutsche Tierschutzbüro Beschwerde einlegen, kündigt Peifer an.

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