Tinkerforge-Module erfüllen Wünsche



Schloß Holte-Stukenbrock (ibe) - Eigentlich könnten sich die studierten Informatiker Bastian Nordmeyer, Olaf Lüke und Matthias Bolte entspannt zurücklehnen: In der Industrie würden sie sofort einen Job finden, ein gutes Gehalt bekommen und hätten ein angenehmes Leben. Aber, das ist nichts für sie.

Erfolgreiche Existenzgründer und Förderer: (v. l.) Matthias Bolte, Olaf Lüke, Albrecht Pförtner, Klaus Rudat und Bastian Nordmeyer. Der Hardware-Baukasten der Firma Tinkerforge hat bei der Computermesse Cebit vom Computermagazin Chip die Auszeichnung „Produkt des Jahres“ erhalten.

Das bekennen die 28 Jahre alten Männer, die erst kürzlich bei der Computermesse Cebit in Hannover vom Computermagazin Chip für ihren Hardware-Baukasten die Auszeichnung „Produkt des Jahres“ erhalten haben, frei heraus. Das System ihrer Firma Tinkerforge ermöglicht einen günstigen und einfachen Einstieg in die Welt der Sensoren und Aktoren. Es ist geeignet für Menschen, die Lust auf Experimente mit dem Computer und Elektronik, aber keine Lust auf Programmieren und Löten haben.

Erfolgreiche Existenzgründung

Im April 20111 hatten die Studenten Olaf Lüke und Bastian Nordmeyer die Tinkerforge-Gesellschaft an der Römerstraße in Schloß Holte-Stukenbrock gegründet. Ein Jahr später schloss sich Kommilitone Matthias Bolte den beiden Technik-Freaks an. Am Donnerstag waren Mentor Klaus Rudat (Bielefeld) sowie Albrecht Pförtner, der Geschäftsführer von Pro Wirtschaft GT, in den Räumen der Existenzgründer zu Gast.

„Die Hilfe der Mentoren haben wir gern in Anspruch genommen“, sagt Bastian Nordmeyer zu. Banker Heinz Generotzky habe ihnen in Finanzfragen zur Seite gestanden und Klaus Rudat als studierter Maschinenbauer in Sachen Technik.

Verschiedene Bausteine im Angebot

Den Entschluss, sich unbedingt selbstständig machen zu wollen, hatten die Männer bereits während der Arbeit an einem Uni-Projekt gefasst. Um das Verhalten fußballspielender Roboter zu optimieren, hatten sie erstmals einen fertigen Baustein eingesetzt. Mittlerweile haben sie 16 Bricklets (Module) und 6 Bricks (Mini-Controllerbausteine) in ihrem Shop-Angebot.

„Ein elektronischer Baukasten, um Wünsche zu erfüllen“, ist auf der Internetseite zu lesen. Und weiter: „Steuere Motoren und lese Sensoren mit deiner Lieblings-Programmiersprache aus.“ Heißt übersetzt: Wer zum Beispiel die Rollläden in seinem Haus im Urlaub rauf- und runterfahren möchte, kann das per Handy oder am Computer steuern. Man kann auch kontrollieren, ob man das Bügeleisen ausgestellt hat oder der Kühlschrank offen steht. „Möglich ist alles“, schmunzelt Olaf Lüke. An Pioniergeist und Fachkenntnis fehlt es den sympathischen Tüftlern nicht.

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