Titelkämpfe auf dem Mastholter See



Rietberg-Mastholte (cd) - Wer am Wochenende gemütlich um den Mastholter See spaziert ist, dem wird es vielleicht nicht mal aufgefallen sein. Doch für die auf dem See aktiven Wasserskisportler war es ein ganz besonderes Wochenende - sie waren Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft.

Siegerehrung auf dem Wasser: Chrissi Niederbäumer (v. l.), Giannina Bonnemann, Chiara Bonnemann, Alexander Menzel, Mirco Kosfeld, Marcel Kosfeld, Kim Niederbäumer und Carlotta Bonnemann vom WWC Mastholte nach der Deutschen Meisterschaft.

Die nationalen Titelkämpfe im Wasserski mit Boot wurden von Donnerstag bis Sonntag in Mastholte ausgetragen. Ausrichter der Titelkämpfe war bereits zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichtete der Wasserski- und Wakeboardclub Mastholte (WWC). Dessen Anlage beschreibt Vereinsmitglied Jens Niederbäumer als eine der besten Anlagen des Landes. Insgesamt 60 Teilnehmer waren aus der ganzen Republik zum Wettbewerb nach OWL gereist. Ausgetragen wurden die Deutschen Meisterschaften in insgesamt vier Wettbewerben, die jeweils einmal als offene und als Senioren (in verschiedene Altersklassen unterteilt) Wettkämpfe durchgeführt wurden. So ging gleich eine ganze Reihe der Teilnehmer mit dem Titel „Deutscher Meister“ nach Hause. 11 der 60 Teilnehmer waren Mitglieder des WWC. Unter ihnen waren auch einige, die als amtierende Deutsche Meister und Vizemeister auf die Bretter stiegen – für den zahlenmäßig eher kleinen Club durchaus eine stolze Marke.

Großes Einzugsgebiet

Die 40 Mitglieder rekrutieren sich aus einem Gebiet von rund zwei Stunden Fahrtzeit rund um Mastholte. So kommt auch Carlotta Bonnemann für ihr Hobby immer aus Dortmund in die südlichste Spitze des Kreises Gütersloh. Selbst trat sie als Teilnehmerin in der Kategorie „Open Jump“ an. In dieser Kategorie galt es für die Wasserskisportler, nachdem sie durch ein Boot gezogen worden waren, einen möglichst weiten Sprung über eine Rampe hinzulegen. Wer am weitesten kam, gewann. Die 40-Meter-Marke gilt als Richtwert für einen richtig guten Sprung. „Es ist natürlich schwierig, für alle Teilnehmer gleiche Bedingungen zu schaffen“, erklärt Carlotta Bonnemann, die wie die meisten Athleten dieser Sportart aus einer Wasserski-Familie kommt.

„Wind spielt eine große Rolle“

Auch ihre beiden Geschwister stehen genauso wie einst der Opa regelmäßig auf den Brettern. Jüngst hat sie ein Wasserski-Stipendium erhalten und war für ein Jahr in einer Sportschule im US-Bundesstaat Louisiana. „Das Boot muss immer genau gleich fahren und auch der Wind spielt eine große Rolle“, erklärt die 19-jährige Dortmunderin die wichtigsten Faktoren. Schwer sei es grundsätzlich, optimale Bedingungen für Wasserski zu schaffen. „Man braucht relativ schmale, aber gleichzeitig lange und stehende Gewässer“, erklärt sie.

Technische Hilfe für Schiedsrichter

Außer der Kategorie „Jump“ wurden auch Wettbewerbe im „Slalom“, „Trickski“ und in der „Kombination“ ausgetragen. Damit der Parcours, der unter anderem für die Kategorie „Slalom“ mittels Bojen angelegt werden musste, auch regelkonform ist, wurde dieser vor Beginn des Wettbewerbs durch einen sogenannten Homologator vom Deutschen Wasserski- und Wakeboardverband abgenommen. Der Verband vergibt nicht nur die Deutschen Meisterschaften, sondern stellt auch einen Teil der Schiedsrichter. Insgesamt sieben Unparteiische hatten alle Wettbewerbe von der Dachterrasse des Vereinsheimes genau im Blick. Bei der Bewertung der Leistungen konnten sie auf technische Unterstützung zurückgreifen. So wurde etwa die Weite der Sprünge elektronisch gemessen. Eine Kamera im Boot, das die Teilnehmer zog, ließ die Schiedsrichter auch aus der Ferne das Geschehen genau im Blick behalten. Während am Donnerstag ein Training stattfand, wurden von Freitag bis Samstagmittag die Vorläufe ausgetragen. Ab Samstagmittag fanden daraufhin durchgehend bis Sonntagabend die Finalwettbewerbe statt.

WWC-Athleten auf dem Treppchen

Für den ausrichtenden Wasserski- und Wakeboardclub Mastholte waren die Deutschen Meisterschaften vor der eigenen Haustür ein großer Erfolg. Mit Chrissi Niederbäumer, Kim Niederbäumer, Mirco Kosfeld, Thomas Wallich, Uwe Requa, Hans-Joachim Menzel, Giannina Bonnemann, Carlotta Bonnemann, Chiara Bonnemann und Alexander Menzel haben zehn Athleten des Vereins eine Platzierung in den Top-Drei belegt.

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