Rhedaer Tönnies-Konzern bleibt in Familienbesitz



Lange Zeit war über einen möglichen Verkauf des Fleischkonzerns spekuliert worden. Jetzt haben die Eigentümer Stellung bezogen.

Wollen den Rhedaer Fleischkonzern gemeinsam in die Zukunft führen: (v.l.) Maximilian, Clemens und Robert Tönnies haben am Mittwoch klargestellt, dass das Unternehmen nicht verkauft werden soll.

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Ein Verkauf des Rheda-Wiedenbrücker Fleischkonzerns Tönnies ist vom Tisch. Die Gesellschafter haben am Mittwoch bekanntgegeben, dass die milliardenschwere Unternehmensgruppe in Familienhand bleibt. Auch die Fehde zwischen den Eigentümerstämmen wurde für beendet erklärt.

An der bisherigen Eigentümerstruktur bei Tönnies ändere sich nichts, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung. Ein Verkauf der Gruppe, über den in den vergangenen Monaten immer wieder wild spekuliert worden war, wird damit ausgeschlossen. Robert Tönnies, der Sohn des verstorbenen Unternehmensgründers Bernd, behält folglich auch künftig 50 Prozent der Anteile. Die anderen 50 Prozent liegen bei seinem Onkel Clemens Tönnies und dessen Sohn Maximilian.

Gesellschafter beenden Verkaufsspekulationen

Die beiden Gesellschafterstämme wollen das vor 50 Jahren gegründete Unternehmen mit Hauptsitz im Rheda nach eigenem Bekunden gemeinsam in die Zukunft führen. Das Zerrüttungsverfahren sei beigelegt. Der Familienstreit über die Führung des Konzerns war im Jahr 2011 zwischen Robert Tönnies und seinem Onkel Clemens entbrannt. Nach einer Einigung 2015 flammte der Zwist zwei Jahre später erneut auf.

Offiziell Stellung zu den Verkaufsgerüchten, die die Branche seit diesem Frühjahr in Atem hielten, bezog Tönnies in den zurückliegenden Monaten nicht. In der am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme war das anders: „Mit der klaren Aussage für die gemeinsame Zukunft als Familienunternehmen leisten die Gesellschafter ihren Beitrag, die Gerüchte und Spekulationen um einen Verkauf oder Teilverkauf des Unternehmens zu beenden“, heißt es darin unmissverständlich.

„Zukunft gemeinsam gestalten“

Innerhalb der ersten Jahreshälfte 2021 haben die beiden Seiten Robert sowie Clemens und Maximilian Tönnies demnach verschiedene Optionen über die künftige Ausrichtung der Eigentümerstruktur geprüft. „Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass die jetzige Struktur genau die richtige ist, um die jahrzehntelange, erfolgreiche Arbeit fortzusetzen“, teilte der Rhedaer Fleischriese mit. „Alle Gesellschafter haben das Ziel, gemeinsam mit dem operativen Management die Zukunft von Tönnies zu gestalten. Das Unternehmen ist gut aufgestellt und bereit, die gesellschaftspolitischen Herausforderungen konsequent anzugehen.“

Tönnies sieht sich als „integrierter Lebensmittelproduzent“, der in dieser Form weltweit einzigartig sei. Darauf wolle man aufbauen. Außer der Weiterentwicklung des Kerngeschäfts in Deutschland bildete die Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Tierschutz in den kommenden Jahren die Schwerpunkte. „Dabei wird der Ausbau neuer Geschäftsfelder wie etwa Tiernahrung oder pflanzliche Fleischalternativen eine zunehmend wichtigere Rolle spielen“, lenkt der Konzern den Blick in Richtung Zukunft. Tönnies sei schon heute Marktführer im Bereich Bio.

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