Trauer um den Wirt der Alten Heuwaage



Gütersloh (din) - Die Alte Heuwaage ist eine der ältesten Kneipen in Gütersloh und ihr Wirt Eckhard Fischer-Fürstenau für manchen eine Legende der Gastro-Szene. Zumindest aber ein echter Kumpel und ein Original eben. Am Freitag ist Ecki, wie er von Freunden und Gästen genannt wurde, im Alter von 59 Jahren gestorben.

So kannten ihn viele: Eckhard Fischer-Fürstenau auf einer Bank vor seiner Kneipe „Alte Heuwaage“ an der Straße Unter den Ulmen.

Ecki hat für seine Kneipe gelebt, die Kneipe war sein Leben, sagen Weggefährten – 365 Tage im Jahr. Für Freunde und viele Gäste war er ein Ansprechpartner, hatte immer ein offenes Ohr, auch wenn es abends wieder später wurde.

Auch hatte er Ecken und Kanten und manchmal einen Dickkopf, wenn es zum Beispiel um das Rauchverbot ging. Standhaft weigerte er sich lange Zeit, seinen Gästen das Rauchen in seinem Lokal zu verbieten. Das brachte ihm bei vielen Sympathien ein, aber bisweilen auch Ärger mit dem Ordnungsamt.

Zwischenzeitlich wollte der Raucher aus seiner Gaststätte sogar ein Museum machen, um das verhasste Verbot zu umgehen. Der Gedanke kam nicht von ungefähr, sind die Wände doch mit alten Emaille-Schildern, Bildern, Dokumenten und anderen Exponaten gepflastert. Außerdem ist das Lokal in einem Fachwerkhaus beheimatet, dessen Ursprünge laut Denkmalakte bis ins Ende des 17. Jahrhunderts zurückreichen. Die heutige Kubatur des Gebäudes gegenüber der Stadtbibliothek soll von 1826 stammen.

Fischer-Fürstenau wurde 1954 in Gütersloh geboren. Nach der Schule begann der Sohn eines Architekten selbst auch ein Architekturstudium. Bald jobbte er in der Gastronomie, so beispielsweise im „Piano“ des ebenfalls früh gestorbenen Walter Schmäling an der Kökerstraße. Am 1. Mai hätte er sein 33-Jähriges in der Alten Heuwaage feiern wollen, wo er erst angestellt war und 1985 den Betrieb übernahm. Irgendwann kaufte der Wirt auch das Haus.

Fischer-Fürstenau hatte ein Faible für alte Autos und für die Marke Alfa Romeo. Ein Schild an der Außenwand weist ihn als Mitglied des Alfaclubs aus. Er fuhr selbst mehrere Fabrikate des italienischen Herstellers. Auch an Oldtimer-Fahrten beteiligte sich der Gütersloher.

Die Alte Heuwaage war Anziehungspunkt für ein breites Publikum. Immer mal wieder fanden dort Konzerte statt, und gelegentlich kehrten dort auch ausländische Geschäftsreisende ein, die ein Stück Ur-Gütersloh erleben wollten.

Am Donnerstag hatte Ecki, von seiner Krankheit schon schwer gezeichnet, seine seit zwei Wochen geschlossene Kneipe noch einmal öffnen wollen. Er hat es nicht mehr geschafft.

Die Nachricht von seinem Tod hat sich am Freitag in Windeseile verbreitet, unter Freunden und im Internet. „Gute Reise mein Freund ... Gott wird sorgen“, schreibt jemand auf Eckis Seite bei Facebook. Am Abend versammelten sich Trauernde an der Kneipe und stellten Kerzen auf. Sie werden ihn vermissen.

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