Trommeln stärkt das Sprachgefühl



Kreis Gütersloh (bit) - Mit einer „Trommel-Rakete“ haben Kinder der integrativen Kindertagesstätte „Hulahoop“ in Gütersloh einen besonderen Gast begrüßt: Dr. Burghard Lehmann. Der Geschäftsführer der Familie-Osthushenrich-Stiftung brachte 1600 Euro für das Projekt „Rhythmisches Trommeln“ mit.

Die Familie-Osthushenrich-Stiftung fördert „Rhythmisches Trommeln“ in der integrativen Kindertagesstätte „Hulahoop“ in Gütersloh: (hinten v. l. umgeben von Kindern) Erzieherin Hannelore Thielke, Perkussionist Kweku Jens Emshaus, Tagesstätten-Leiterin Edda Hünneke, Wertkreis-Geschäftsführer Martin Henke und Stiftungs-Geschäftsführer Dr. Burghard Lehmann.

Eltern der teilnehmenden Jungen und Mädchen geben für das Angebot je 10,50 Euro pro Halbjahr hinzu. Die 2008 entstandene Einrichtung befindet sich unter dem Dach des Wertkreises (früher: Werkstatt für behinderte Menschen). Dessen Geschäftsführer Martin Henke und die Leiterin des besonderen Kindergartens, Edda Hünneke, dankten für die Unterstützung und berichteten, dass aufgrund des Einzugsgebiets der Tagesstätte viele Kinder mit Zuwanderungshintergrund „Hulahoop“ besuchten. Hünneke: „Deshalb lenken wir unser Augenmerk besonders auf die Sprachförderung.“

Projekt läuft bis zum nächsten Sommer

Durch rhythmisches Trommeln, so die Fachfrau, werde gezielt und spielerisch der Gebrauch des Mediums Sprache unterstützt. „Es verbindet die Kinder über Sprache, Kultur und Nationalität hinweg. Sie üben sich in Rechts-Links-Koordination, im Zuhören und Beobachten sowie im lauten und deutlichen Sprechen“, so die Leiterin.

Das passt genau zum Zweck „Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen“ der Familie-Osthushenrich-Stiftung. Dr. Lehmann: „Wir legen einen Schwerpunkt auf die Vermittlung und Verbesserung von Kenntnissen in der deutschen Sprache – bei deutschen wie bei ausländischen Kindern.“

Rhythmus ist Leben und gibt Kraft

In der integrativen Kindertagesstätte, die auch Jungen und Mädchen mit weitergehendem Förderbedarf betreut, läuft das Trommel-Projekt noch bis zum 30. Juli 2012 für alle Vorschulkinder. In zwei Gruppen treffen sich die Kinder jeweils für 30 Minuten.

Der Wertkreis engagierte dafür den Rhythmuslehrer und ausgebildeten Perkussionisten Kweku Jens Emshaus (46) aus Gütersloh. Gelernt hat er bei Meistertrommlern in Ghana, Burkina Faso und an der Elfenbeinküste. „Rhythmus ist Leben, Rhythmus gibt uns Kraft.“ Der Lehrer richtet sich an alle Menschen, die rhythmische Erfahrung und Sicherheit gewinnen wollen und an Multiplikatoren wie Lehrerinnen und Erzieher. Am Freitag nahm Erzieherin Hannelore Thielke am Trommelunterricht teil. Sie und ihre Kolleginnen bilden sich auf diese Weise fort und sorgen für Kontinuität, wenn die Projektfinanzierung ausläuft.

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