Trotz Zeitdrucks ruhig und gelassen



Ennigerloh (fie) - Es ist Weiberkarneval. Um 8.45 Uhr hat Ennigerlohs Stadtprinz Norbert I. Hanowski seinen ersten Termin – den ersten von 14. Es wird ein langer Tag, der für den 55-Jährigen erst nach Mitternacht endet. Zusammen mit seinem närrischen Gefolge, einem Bus voll, ist er unterwegs.

„Drei Mann in einem Boot“, ein umgedichtetes Lied von Heinz Erhardt, geben (v. l.) Prinz Norbert I. Hanowski und seine Adjutanten Martin „Oppa“ König und Jürgen „Empi“ Künne an Weiberfastnacht auf ihrer Tour durch Ennigerloh und die Ortsteile immer wieder zum Besten.

Trotz Zeitdrucks lässt sich der Prinz bei seinen Auftritten nicht aus der Ruhe bringen. „Die Glocke“ hat ihn einen Tag lang begleitet – als Auftakt zur Serie „Ein Tag im Leben von ...“.

Als Einhorn, Pippi Langstrumpf oder Polizist verkleidete Kinder laufen in den Turnraum des St.-Franziskus-Kindergartens in Ennigerloh. Aufgeregt wuseln die Kinder durcheinander. Denn draußen bringt sich in eisiger Kälte das närrische Gefolge um Prinz Norbert I. in Position.

 Der Tross zieht zu den Klängen von „Wir feiern Karneval in der Drubbelstadt“ in den Kindergarten ein. „Meine Gruppe, die Veteein Döüwels, ist auf einer Elternfete in diesem Kindergarten entstanden“, erzählt Norbert I. den Kindern. Unterstützt von den Adjutanten Martin „Oppa“ König und Jürgen „Empi“ Künne zeigt er sein Können bei einem Geschicklichkeitsspiel.

Nach einer halben Stunde und einem Brötchen auf die Hand verabschieden sich die Narren wieder. Die Zeit drängt. Auf dem Terminplan steht außer den Kindergärten in Westkirchen und Ostenfelde der St.-Jakobus-Kindergarten in Ennigerloh. Prinz Norbert erhält dort nach kniffligen Turnierspielen den Ehrenorden der Burg Jakobus.

 Mittags hat sich die Zahl der Orden um den Hals des Prinzen weiter erhöht. „Insgesamt habe ich davon jetzt 25 Stück“, berichtet er. Beim Besuch in der Ennigerloher Volksbank und der Sparkasse kommen zwei weitere Orden hinzu.

 Die Stimmung bei den Busfahrten erinnert ein bisschen an einen Klassenausflug. Vorn und hinten wird im Bus gelacht, geblödelt und gesungen. Gestresst fühlt sich heute niemand. „Weiberfastnacht ist für uns einer der Höhepunkte der Session“, sagt der Stadtprinz.

Zu seinen Lieblingsbesuchen gehört der im Christophorus-Haus Ennigerloh. „Es macht unheimlich Spaß zu sehen, wie die Bewohner mitgehen und wie leicht es ist, ihnen eine Freude zu machen“, sagt er.

Blaskapelle als Überraschung

Im Warendorfer Kreishaus angekommen werden die Ennigerloher von einer großen Partyschar empfangen. Landrat Dr. Olaf Gericke ruft die Prinzen und Prinzessinnen des Kreises auf die Bühne. Der Blick wandert im Ennigerloher Gefolge immer wieder zur Uhr. Eine halbe Stunde bleibt anschließend noch, dann sitzen alle wieder im Bus.

Pünktlich um halb vier am Nachmittag marschieren die Narren in die Seniorenresidenz Ennigerloh ein. Eine kurze Pause wird in der Getränketherme Fröhlig eingelegt, bevor es weiter geht zum Rathaussturm. Die Macht der Stadt liegt nun in den Händen von Prinz Norbert.

 Nach dem Weiberkarneval in Enniger und in Westkirchen freuen sich alle aufs Festzelt in Ennigerloh. Dort wartet eine Überraschung auf den Stadtprinzen. Eine befreundete Blaskapelle ist extra aus Holland angereist – und beschert ihm einen lockeren Ausklang des  Tags.

Drei Satzanfänge hat der Ennigerloh Stadtprinz für „Die Glocke“ vervollständigt:

„Ich bin Karnevalsprinz geworden, weil mir Karneval im Blut liegt.“ „

Das Besondere an meiner Aufgabe ist, dass ich dem Publikum eine Freude bereiten und ihm Karneval bringen kann.“

„Die größte Herausforderung ist, die ganze Zeit fit zu bleiben.“

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