Türmchen aus Freibad wird nachgebaut


Rheda-Wiedenbrück (lalü) - Auf den ersten Blick bereits ist für viele Dauergäste das vertraute Bild gestört. Wer jedoch zum ersten Mal ins Freibad Wiedenbrück kommt, wird nichts vermissen: Der rotweiße Bademeisterturm ist in dieser Saison nicht mehr im Bad zu sehen. 

Der rotweiße Ausguck für die Badeaufsicht im Freibad Wiedenbrück ist zurzeit verschwunden. Rostschäden machten den Abbruch notwendig. Ein Wiederaufbau ist geplant.

Er wurde aus Gründen der Standsicherheit vor der Inbetriebnahme im Mai demontiert. Wie die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilte, habe die Überprüfung des Türmchens vor der diesjährigen Saison ergeben, dass die Trittsicherheit der Bodenplatte nicht mehr ausreichend gegeben war. Das Bodenblech sei stark angerostet gewesen. 

Restaurierung war nicht möglich

Das Häuschen werde aber vom städtischen Bauhof nach dem alten Muster neu gebaut. Inzwischen hat der Bauhof die Maße genommen und den alten Turm entsorgt, da eine Restaurierung allein der Bodenplatte nicht sicher genug war.

Im Herbst oder Winter werde das Team den Neubau beginnen, heißt es aus dem Rathaus. Im kommenden Jahr solle der Turm dann in gewohnter Form und Größe wieder an seinen Stamm-Standplatz aufgestellt werden und das gewohnte Erscheinungsbild wieder hergestellt sein. 

Die Aufsichtskräfte im Wiedenbrücker Freibad können derweil zum Schutz vor Witterungseinflüssen wie Sonne, Wind und Regen die Kabine zwischen Sprung- und Nichtschwimmerbecken nutzen. Der erhöhte Beobachtungsplatz für die Badeaufsicht war in den vergangenen Jahrzehnten einer der Blickfänge des Freibads an der Rietberger Straße, auch wenn er von den „Bademeistern“, die heute selbstverständlich Fachangestellte für Bäderbetriebe sind, inzwischen seltener genutzt wurde. Gelegentlich mussten sie die immerhin sieben Stufen der roten Metallstiege eilends hinunterkommen, um eingreifen zu können.

Erinnerung an alte Bäderkultur an der See

Der rund verglaste Turm mit der blauen Stahltür auf der weißen Stütze erinnerte an die Bäderkultur des frühen 20. Jahrhunderts, wie sie an Nord- und Ostsee zu erleben war. Für die Bademeister war der erhöhte Standplatz mit Ausrichtung der Fenster auf das Schwimm- und Sprungbecken vor allem dann von Vorteil, wenn das Bad in Ferienzeiten und bei Hitze sehr gut besucht war. Dann konnten sie über die Köpfe nicht nur der Schwimmenden, sondern auch über die der am Becken umherlaufenden Kinder und Erwachsenen hinweg nach dem Rechten schauen. 

Demgegenüber verschwindet der rundum verglaste Beobachtungsposten am Rand der beiden besonders zu beaufsichtigen Bereiche für Springende und Nichtschwimmer nahezu vollständig, wenn intensiver Badebetrieb herrscht und viele Gäste im Bad unterwegs sind. Dabei hat man auf einen erhöhten Standort verzichtet und ihn direkt auf den Rasen platziert. Anders als am rotweißen Türmchen sind an der Kabine auch Hilfsmittel für Schwimmlehrer und auch Lebensretter angebracht. Direkt vor dem Turm hatte nur ein Rettungsring gehangen.

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