Umweltschützer fordern Nachbesserungen



Gütersloh (rebo) - „Niemand weiß doch genau, was bei Coventya passiert.“ Rüdiger Maas, Nachbar des Unternehmens am Stadtring Nordhorn jenseits der Bahnlinie, kritisiert auch die Öffentlichkeitsarbeit der Firmenleitung. Der Hof von Rüdiger Maas liegt etwa 300 Meter vom Coventya-Gelände entfernt.

Fordern einen erweiterten Sicherheitsbericht und eine Umweltverträglichkeitsprüfung von der Firma Coventya: (v. l.) Dieter Schluckebier, Christa Achtelik, Rüdiger Maas und Ingo Achtelik vor dem Bürgerzentrum Der Bahnhof in Avenwedde-Bahnhof.

Sollte ein Störfall auftreten, wären er und seine Familie direkt betroffen. Einige Tage vor dem Erörterungstermin mit Vertretern der Firma Coventya formulieren er und Umweltschützer ihre Bedenken gegen den bisherigen Antrag, den Coventya zur Erweiterung des Standorts in Gütersloh bei der Bezirksregierung in Detmold eingereicht hat.

Die Gemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (GNU) hat den Physiker Oliver Kalusch, Mitglied der Kommission für Anlagensicherheit, beauftragt, im Rahmen einer Stellungnahme zu prüfen, ob die Unterlagen für den Antrag zur Betriebserweiterung ausreichen. „In der Stellungnahme werden deutliche Mängel im Sicherheitsbericht von Coventya aufgeführt“, erläutert Dieter Schluckebier von der GNU im Kreis Gütersloh.

So liste der Bericht gefährliche Stoffe und ihre Konzentration nur unvollständig auf. Zudem fehle eine Beschreibung der Abfälle, die bei der Produktion von Spezialchemikalien anfallen, kritisiert Kalusch. Auch auf die Gefährdung bei einem Störfall werde nicht ausreichend eingegangen. Zwar werde im Sicherheitsbericht eingeräumt, dass grundsätzlich zum Beispiel Brandgase entstehen könnten. Weil die meisten Stoffe, die bei Coventya eingesetzt würden, aber unbrennbar seien, entstünden keine besonderen Risiken, heiße es. Das sei bei den Mengen an gefährlichen Stoffen, die am Stadtring gelagert werden könnten, eine Einschätzung, die nicht nachvollziehbar sei.

Ein weiterer Kritikpunkt der Umweltschützer ist der geringe Abstand von Lagerhallen und Produktionsgebäuden zur Wohnbebauung, zu Straßen und zur Eisenbahnlinie. „Das Unternehmen führt in seiner Info-Broschüre auf, welche giftigen Stoffe austreten könnten und in welchem Umkreis es gefährlich wird“, sagt Maas. Nicht nur sein Hof läge dann im Gefahrenbereich, den Coventya im Umkreis von einem Kilometer um das Firmengelände markiert. Auch die Grundschule Nordhorn, der Epiphanias-Kindergarten und der Sportplatz Ostfeld gehörten zu den Einrichtungen im Gefahrensektor.

„Niemand kann garantieren, dass nichts passiert“, formuliert Maas seine Bedenken. Die Aktiven der GNU halten deshalb eine Umweltverträglichkeitsprüfung für notwendig. Ob sie in Auftrag gegeben werden muss, entscheidet im Verfahren die Bezirksregierung.

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