Underground schon wieder geschlossen



Gütersloh (din) - Das Lokal Underground in der Spiekergasse, ehemals Hannenfass, ist nach nur sieben Monaten wieder geschlossen. Die Stadt hat dem Betreiber Yahya Sözen (59) eine dauerhafte Konzession verweigert. Begründung: Er führe das Underground als Diskothek und nicht als Gaststätte.

Zur Eröffnung im April war Yahya Sözen (links), hier mit Dieter Rullkötter, noch zuversichtlich.

Eine Gaststätte sei dort baurechtlich zulässig, ein Tanz- und Diskolokal, mithin eine Vergnügungsstätte, nicht, sagte Dr. Elisabeth Menke, Sprecherin der Stadt Gütersloh, am Dienstag der „Glocke“. Das sei dem Betreiber auch wiederholt mitgeteilt worden. Aus diesem Grund sei die dauerhafte Konzession jetzt verweigert werden. Geschlossen ist das Underground, das nur freitags und samstags geöffnet hatte, laut Sözen seit Ende November.

Sözen, Spitzname Kongo, bestreitet, dass er ein Tanzlokal betrieben habe. „Nein, das ist keine Diskothek“, sagte er der „Glocke“. Die Gäste hätten sich amüsiert und auch mal getanzt, versicherte der 59-Jährige. Woanders werde auch getanzt, ohne dass es gleich als Diskothek gewertet werde. Außerdem habe es keinerlei Beschwerden gegeben – außer von der Stadt. Die habe ihm einmal sogar eine Strafe von 528 Euro aufgebrummt.

Die Stadt sei es schließlich auch gewesen, die ihn angehalten habe, in seinem Lokal für Sicherheit zu sorgen. Als er sich dann auf 400-Euro-Basis vier rumänische Türsteher als Aufsichtspersonen besorgt habe, sei ihm das zusätzlich als Indiz dafür ausgelegt worden, er handele sich ja um eine Diskothek. Dabei habe er seit einer ersten Besichtigung durch die Stadt im Innern nichts verändert. Man hätte ihm das auch früher sagen können, so Sözen. 

Jetzt suche er via Kleinanzeige im Internet-Portal Ebay einen Nachfolger, der das Lokal übernehme. Sözen, der die Räumlichkeiten renoviert und und mit anderen Möbeln und Technik ausgestattet hatte, hatte von der Stadt im April eine vorläufige Erlaubnis zum Betrieb einer Gaststätte erhalten. Zielgruppe waren in der Region lebende Rumänen. Die Öffnungszeiten reichten anfangs von 21 bis 3 Uhr. Beschwerden wegen Ruhestörung habe es nicht gegeben, versicherte Sözen.

Seinem Vorgänger war 2013 wegen wiederholter nächtlicher Ruhestörung ebenfalls die Konzession entzogen worden. Die Kneipe hieß damals Union Jack und wurde vor allem von Briten besucht. Sözen, der an der Verler Straße Autos verkauft, kämpft derzeit an mehreren Fronten. Die ehemalige Parkschänke an der Alten Verler Straße, die er ebenfalls gepachtet hatte und nutzen wollte, war im Oktober ausgebrannt.

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