VDK im Kreis weiter auf Wachstumskurs



Kreis Gütersloh (bit/gad) - Auf dem Großen VDK-Kreisverbandstag bei Ohlmeyer in Verl-Sürenheide hat der Landesvorsitzende Horst Vöge die Politiker aufgefordert, Lösungen für akute gesellschaftliche Probleme zu finden. Der größte Sozialverband im Kreis mit mehr als 5000 Mitgliedern bekämpft Armut, fordert den Abbau von Barrieren und setzt sich für menschenwürdige Pflege ein.

Damit der Kreisverband auch künftig gegen soziale Ungerechtigkeiten im Leben der oftmals sozialschwachen Mitglieder vorgehen kann, ist ein handlungssicherer und starker Vorstand notwendig. Der setzt sich aus (v. l.) Klaus van Stephaudt, Friedrich-Wilhelm Höcker, Sabine Kösters, Karlheinz Drossel, Klaus Meyer und Karl-Heinz Asbeck zusammen.

Vöge: „Immer mehr Menschen können die Heimpflege nicht mehr bezahlen. Pflege darf nicht das Tor zur Armut sein. Die Versicherungsleistungen müssen jährlich an die Preisentwicklung angepasst und durch Zuschüsse ergänzt werden.“ Welcher Wertschätzung sich der VDK erfreut, der sich vom Kriegsopfer- zum Sozialverband wandelte, zeigten die Ehrengäste, die der Kreisvorsitzende Karl-Heinz Asbeck begrüßte. Der Verler Ortsvorsitzende Norbert Ernst als Gastgeber betonte: „Wir wollen kurzfristig helfen in allen sozialen Fragen.“

Verls Bürgermeister Michael Esken (CDU) sagte in seinem Grußwort: „Der Stadt geht es finanziell gut, aber nicht allen Menschen.“ Er berichtete vom Bau eines Wohnheims für junge Behinderte, und zwar inmitten der Gesellschaft. Die Diskussion um 15 zu fällende Bäume in diesem Zusammenhang konnte er nicht verstehen.

Pflegeberufe attraktiver gestalten

Das stetige Wachstum des VDK erklärte sich Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) mit dem breiten Spektrum an Angeboten und hervorragender Arbeit. Der Sozialverband werde auch bei der Umsetzung „ambulante Pflege vor stationärer“ gebraucht. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus räumte ein, das Sozialsystem sei nicht immer leicht zu verstehen. Der VDK sei sein Übersetzer und bearbeite auch „nicht immer schöne Fälle“. Die SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz versicherte, die Politik wolle die Pflegeberufe attraktiver machen unter anderem durch eine Ausbildungsvergütung und die Grundrente deutlich über die Grundsicherung anheben.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Raphael Tigges versprach, sich für neue Zugänge zum Wohnen für Behinderte und ältere Menschen einzusetzen, die bei der Suche am Ende der Kette stünden. Von einer medizinischen Fakultät in Bielefeld erhofft er sich auf Dauer mehr Ärzte für die Region.

Klaus Otto von der Rechtsberatung Detmold für alle fünf Kreise in OWL erwartet in diesem Bereich steigenden Bedarf mit abflauender Konjunktur. Landesvorsitzender Vöge nannte eine Erfolgsquote von 50 Prozent bei Widersprüchen gegen Rentenbescheide.

Wechsel im Vorstand

Der VDK hat zwar kreisweit steigende Mitgliederzahlen, doch auf ehrenamtliche Mitarbeiter in den Ortsverbänden hofft man oftmals vergeblich. Anders ist das bei Klaus van Stephaudt aus Verl. Er trat beim Großen VDK-Kreisverbandstag die Nachfolge von Wolfgang Lange als stellvertretender Kreisvorsitzender an.

Nach 48 Jahren im VDK, 38 Jahren aktiver Mitarbeit im Kreisvorstand, davon 16 Jahre als stellvertretender Kreisvorsitzender, hat sich Wolfgang Lange in den Ehrenamtsruhestand verabschiedet. Vom NRW-Landesverbandsvorsitzenden Horst Vöge wurde er mit einer Silbermedaille geehrt.

Ebenfalls aus Altersgründen verabschiedete sich Schriftführer Wilfried Böhm aus Werther. Seine Nachfolge übernimmt Sabine Kösters aus Greffen. Ihre Stellvertreterinnen sind Kerstin Kinscher und Karin Ackfeld. Aus dem erweiterten Vorstand haben Ulrich Brockmann aus Langenberg, Josef Landwehr aus Greffen und Ulrike Putzke aus Gütersloh ihren Hut genommen. Auch für ihre Ämter wurden Nachfolger gefunden.

Wiederwahl des Vorsitzenden

Wiedergewählt wurden der Vorsitzende Karl-Heinz Asbeck aus Langenberg und seine Stellvertretern Karlheinz Drossel aus Rheda-Wiedenbrück sowie Friedrich-Wilhelm Höcker aus Versmold. Klaus Meyer ist Kassierer, sein Stellvertreter Gerd Baumeister.

Ingeborg Altmann wurde als Hinterbliebenen/Frauenvertreterin in ihrem Amt bestätigt, Norbert Dellit als Vertreter der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Axel Kruska als Vertreter der Behinderten, Klaus-Dieter Räthel als Vertreter der Sozialversicherten und Ulrike Träbert als Vertreterin der jüngeren Mitglieder. Beisitzer sind Werner Bakalorz, Brigitte Mittelberg, Ursula Weinekötter, Friedhelm Löwenstein und Franz Josef Verheyen. Revisoren sind Ulrich Kaptain und Hubert Markmann.

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