Vegetarier im Schweineland Westfalen



Kreis Warendorf / Stromberg (ug) - Von den Bergen seiner oberbayerischen Wahlheimat ist Martin Calsow herabgestiegen in die westfälischen Niederungen. Dort wird der Autor, der sich bereits mit seinen ersten Romanen einen Namen gemacht hat, ein paar Tage lang recherchieren, um sein Thema zu finden.

Sie freuen sich auf den kommenden Oelde-Krimi: (v. l.) Kulturmanager Dirk Bogdanski, Professor Dr. Walter Gödden, Christiane Antons vom Westfälischen Literaturbüro Unna und Autor Martin Calsow. Man darf gespannt sein, ob Oelde sich wiedererkennt.

 Als Örtlichkeit der Handlung ist ihm von der Aktion „Mord am Hellweg“ Oelde und Umgebung vorgegeben worden. Höchst amüsant wusste Calsow von den Gesprächen, Beobachtungen und Erfahrungen zu berichten, die in seine Kriminalgeschichte einfließen sollen. Nur soviel verriet der Erzähler gestern im Kulturgut Haus Nottbeck: Bei seinem Thema in Rahmen der Reihe „Sex and Crime“ wird der Gegensatz zwischen fanatischen Vegetariern und dem sie umgebenden Schweine-Dorado Westfalen eine wesentliche Rolle spielen. Von seinen Gesprächspartnern vor Ort hat er vielerlei erfahren über den Wandel der einst rein bäuerlichen Landschaft in eine durch Industriebauten und andere brutale Eingriffe veränderte Region. Von einem Ort, der sich finden muss zwischen dem ununterbrochenen Fluss des Kraftverkehrs auf der A 2 und den rasenden Intercity-Zügen der Bahnstrecke. Im Gespräch mit Professor Dr. Walter Gödden von der Literaturkommission Westfalen und Christiane Antons vom Westfälischen Literaturbüro Unna plauderte Calsow amüsant über seinen Geburtsort Iburg, seine Schul- und Studienzeit in Bielefeld und fühlt sich auch im fernen Oberbayern immer noch dem rauen Menschenschlag seiner Heimat verbunden. Der Erzähler, der auf gut Westfälisch mit „Wust“ (ohne „r“ !) aufgewachsen ist und beim Leberkäs das traditionelle Abendbrot seiner Heimat vermisst, outete sich als scharfsinniger Beobachter mit dem Talent zur Satire.  Im Spätsommer 2014 – mit dem Beginn des Festivals „Mord am Hellweg“ (inzwischen schon Part sieben) – soll das Buch erscheinen. Man darf gespannt sein, ob Oelde sich wiedererkennt, wenn es ungenannt zum Hauptort seines fünften Krimis wird.

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