Viele Kinder unter den Flüchtlingen



Gütersloh (mn) - Als der Bus in die Einfahrt zur Turnhalle einbiegt, strahlt der ganz vorn sitzende Mann – Mitte 40, dunkelhäutiger Typ. Mit seinen Mittel- und Zeigefingern formt er Victory-Zeichen als Ausdruck der Freude, des Sieges. Er ist angekommen in Deutschland, angekommen in Gütersloh.

200 Menschen aus verschiedenen Nationen, die in Deutschland Asyl suchen, sind am Freitag in der zur Notunterkunft umfunktionierten Sporthalle an der Friedrichsdorfer Straße in Gütersloh untergebracht worden. Für die Betreuung zeichnen die Stadt und das Rote Kreuz verantwortlich. Sie werden dabei von weiteren Hilfsorganisationen unterstützt.

Mit dem Mann in dem grünen Shirt ziehen am Freitagabend – weitgehend abgeschirmt von der Öffentlichkeit und nur von wenigen Schaulustigen beobachtet – weitere 200 Menschen in die zur Notunterkunft umfunktionierte Sporthalle in Friedrichsdorf. Nach einer kurzen medizinischen Inaugenscheinnahme verlassen die gerade über die Zentrale Ausländerbehörde in Bielefeld angekommenen Flüchtlinge den Bus – die einem mit einem Rucksack auf dem Rücken, die anderen nur mit einer Plastiktüte in der Hand.

Erste Notunterkunft in Gütersloh ist belegt

Viele junge Männer in T-Shirt und kurzer Hose sind darunter, aber auch Frauen mit Kopftuch und Schwangere. Hinzu kommen zahlreiche Familien mit Kindern, die vielfach Teddys oder Puppen im Arm haben oder sich an ihre Mütter und Väter schmiegen. Rund 30 Prozent der Flüchtlinge, die am Freitag in Gütersloh angekommen, sind Kinder, heißt es später.

Es geht ruhig zu rund um die Sporthalle an der Friedrichsdorfer Straße, obwohl zahlreiche Einsatzfahrzeuge von Rotem Kreuz, Maltesern, Polizei und anderen Hilfsorganisationen anderes signalisieren. Sicherlich, die Helfer haben alle Hände voll zu tun. Aber die Kräfte des Malteser-Hilfsdienstes, die sich von Freitag bis Sonntag um die Flüchtlinge kümmern, sind sehr aufgeschlossen, freundlich und besorgt.

Viele ehrenamtliche Helfer im Einsatz

Sie zeigen den Flüchtlingen, die bei warmen Temperaturen draußen auf die medizinische Erstuntersuchung und die anschließende Registrierung in der Halle warten, den Weg, schaffen Sitzgelegenheiten heran, bauen noch schnell ein Aufenthaltszelt auf und verteilen Getränke. Ab und an hört man Kindergeschrei, was schnell verstummt, wenn Helfer ein bisschen Schokolade bringen.

Die hat eine Avenwedderin gerade an der Absperrung abgegeben und sich zugleich bereiterklärt, zu helfen. Das ist am ersten Abend nicht nötig. Aber die Frau verspricht, sich beim Roten Kreuz zu melden.

Viele Nationen vor Ort

Woher die Flüchtlinge kommen? Das können die Verantwortlichen am Freitagabend noch nicht sagen, während sich das nach Geschlechtern aufgeteilte Halleninnere nach und nach füllt. „Wir haben viele verschiedene Nationen hier“, erklärt Güterslohs Erste Beigeordnete Christine Lang. Mehr wisse man erst nach Abschluss der Registrierung. Zwei bis drei Tage bleiben die Flüchtlinge in Gütersloh, dann werden sie im Land verteilt - und in Gütersloh von neuen abgelöst. Am Dienstag öffnet in Spexard die zweite Notunterkunft.

Merh zu diesem Thema lesen Sie auf der ersten Lokalseite Gütersloh in der „Glocke“ vom 25. Juli.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.