Volksbank führt Negativzins ein



Kreis Warendorf (gl) -  „Der Wachstumskurs der Volksbank eG hat sich weiter fortgesetzt.“ Die Marktposition im Geschäftsgebiet sei ausgebaut worden. Allerdings, das hat der Bankvorstand jetzt bekannt gegeben, wird die Volksbank eG zum Jahreswechsel Negativzinsen auf Einlagen von Neukunden einführen.

Der Vorstand der Volksbank eG zum Jahreswechsel: (v. l.) Rolf Weishaupt, Norbert Eickholt, Martin Weber und Thomas Schmidt. Der Vorstandsvorsitzende Rolf Weishaupt geht mit Datum 31. Dezember nach 43 Jahren bei der Bank in den Ruhestand.

 Das Thema „anhaltende Niedrigzinsphase“ zwinge die Volksbank zu handeln. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Die seit fünf Jahren andauernde Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) belastet die Banken ebenso wie die Sparer. Bislang haben wir als Volksbank eG alles getan, unsere Privatkunden vor der Weitergabe eines Negativzinses, den wir als Bank selbst an die EZB zahlen müssen, zu schützen. Wir haben die Einlagen unserer Privatkunden trotz dieser jahrelangen Zinserhebung seitens der EZB unsererseits nicht mit Negativzinsen belastet und den wirtschaftlichen Nachteil selbst getragen.

Bestandskunden geschützt

Um unsere langjährigen treuen privaten Bestandskunden noch vor Negativzinsen zu schützen, werden wir ab dem 1. Januar zunächst ausschließlich für Neukunden ein Verwahrentgelt beziehungsweise Negativzins für Geldanlagen einführen“, so der Vorstandsvorsitzende Rolf Weishaupt. „Aktuell sind wir für unsere Mitglieder und Kunden sehr gut mit dem Filialnetz für die Zukunft aufgestellt. Filialschließungen sind momentan nicht geplant. Dennoch ist es eine kontinuierliche Aufgabe, das Kundenverhalten und die Frequentierung in den Geschäftsstellen zu beobachten und zu evaluieren“, so Vorstandsmitglied Norbert Eickholt. Ein stabiler Zins- und Provisionsüberschuss seien die Eckpfeiler für ein Ergebnis auf Vorjahresniveau gewesen. Dies sei vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen in der Bankenbranche nicht zu erwarten gewesen.

Verschmelzung der Volksbank eG mit der Volksbank im Ostmünsterland eG

„Gleich zwei große Herausforderungen hatten wir im zurückliegenden Geschäftsjahr zu meistern. Im April erfolgte die Umstellung auf ein neues Bank-EDV-System. Mit der Eintragung in das Genossenschaftsregister im August erhielt die Verschmelzung der Volksbank eG mit der Volksbank im Ostmünsterland eG juristisch Gültigkeit. Bereits drei Monate später konnten wir jetzt auch erfolgreich technisch fusionieren. Nur mit dem großen Engagement unserer Mitarbeiter haben wir diese Großprojekte in einem Jahr erfolgreich meistern können“, erklärte Rolf Weishaupt. Zum 31. Dezember wird Weishaupt nach mehr als 43 Jahren Tätigkeit in der Volksbank in den Ruhestand wechseln.

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