Warendorfer Kloster soll Museum werden



Warendorf (naf) -  Es hatte sich schon monatelang angedeutet, nun ist es klar: Warendorf erhält eine neue kulturhistorische Einrichtung. Das Westpreußische Landesmuseum zieht in das ehemalige Franziskaner-Kloster ein. Im nächsten Jahr soll der Umzug stattfinden. Die Baumnahmen können starten.

Das bestätigte auf „Glocke“-Anfrage Dr. Jürgen Martens, Sprecher der Kulturstiftung Westpreußen, dem Träger des Museums. Der Mietvertrag sei Ende Dezember unterschrieben worden. Hausherr des ehemaligen Klosters ist die Familie Horstmann. Im Auftrag der Kulturstiftung regelt Kai Horstmann die Baumaßnahmen, die für den Umzug notwendig sind.

Wie lassen sich Denkmal und Museum verbinden?

Es stellt sich die Frage, wie sich die Denkmalfunktion des Klosters, das im 17. Jahrhundert entstanden ist, mit den Anforderungen eines Museums vereinbaren lässt. „Was alt ist, soll alt bleiben. Neues soll kenntlich gemacht werden“, erklärt Horstmann das Grundkonzept der Baumaßnahme. So behalte das Kloster seinen Charakter. Im Wesentlichen stünden Sanierungsarbeiten an. Zum Beispiel müsse die Fassade ausgebessert und neu – aber in derselben Farbe wie bisher – gestrichen werden.

Charakter des Klosters bleibt erhalten

Die Baumaßnahme hat aber auch zur Folge, dass zum Teil der ursprüngliche Bauzustand wieder hergestellt wird. Das ist in der Großküche, die sich direkt an das Refektorium im Erdgeschoss anschließt, der Fall. Der Raum weist deutliche, architektonische Spuren des 20. Jahrhunderts auf. Dort sollen gelbe Kacheln und die Deckenverkleidung abgerissen werden. Auf diese Weise kommen historische Wände und Stuckdecke wieder zum Vorschein. Die größten Eingriffe betreffen die erste Etage. Dort, im ehemaligen Wohnbereich der Mönche, sollen Verbindungen zwischen einzelnen Zellen der Franziskaner geschaffen werden. Eine Zelle, die circa zwölf Quadratmeter groß ist, sei als Ausstellungsfläche zu klein. Mit den Durchbrüchen können dann mehrere Zellen an einem Stück abgeschritten werden. „Aber das kann man wieder rückgängig machen“, erklärt Horstmann. Denn die bestehenden Eingangstüren der Zellen zum Gang hin bleiben trotzdem erhalten. Sie werden nur für die Optik verschlossen.

Ein weiterer Eingriff ist der Einbau eines Fahrstuhls. Damit ausgestattet kann das Museum vollständige Barrierefreiheit bieten. Zudem können mit dem Lift Exponate in die erste Etage transportiert werden.

Über die Hintergründe zum Umzug des Westpreußischen Landesmuseums lesen Sie in der Freitagsausgabe der „Glocke“.

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