Wenn ganze Siedlungen sich leeren



Gütersloh (din) - Im Mai wird gewählt. Eine der wichtigsten Aufgaben des nächsten Stadtrats wird sein, die Folgen des Abzugs der britischen Streitkräfte zu bewältigen. Nicht nur die Kasernen, ganze Siedlungen werden in den nächsten Jahren leergezogen.

Müthers Kamp in Avenwedde-Bahnhof: Etliche Wohnungen in den zweieinhalbgeschossigen Gebäuden stehen bereits leer. Die Anwohner machen sich Sorgen, wie es dort weitergeht.

Auf die gemischte Siedlung Müthers Kamp in Avenwedde-Bahnhof richten CDU und SPD ihr Augenmerk schon vor der Wahl. So setzt sich der CDU-Ortsverband Avenwedde-Friedrichsdorf für einen Runden Tisch ein, an dem Grundstückseigentümer und die Stadt miteinander sprechen. Ziel: die Erhaltung einer ortsteil- und nachbarschaftsverträglichen Sozialstruktur.

„Eine frühzeitig konsensual gesteuerte Gestaltung eines solchen Prozesses ist für die Bürgerschaft in den betreffenden Wohnquartieren und die CDU sehr wichtig“, erklären der Ortsverbandsvorsitzende Daniel Helmig und Ratsherr Gerhard Feldhans in einer Mitteilung. Ein Großteil der betroffenen Immobilien befinde sich in Privatbesitz und die Stadt habe kein Erstzugriffsrecht. Der Konversionsbeauftragte der Stadt möge bitte umgehend tätig werden.

Das Wohngebiet Müthers Kamp sowie Kastanien- und Espenweg ist geprägt durch Doppelhaushälften, Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau. Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern werden zumeist von Briten bewohnt, einige Wohnungen stehen auch längst leer.

Auch die SPD nimmt sich des Themas an. „In Gesprächen, die Mitglieder des Ortsvereins Avenwedde-Friedrichsdorf mit den Anwohnern des Müthers Kamp geführt haben, wurden vielfach die Befürchtungen formuliert, dass es zur Veränderung des als angenehm empfundenen Siedlungscharakters kommen könnte, und dass hier ein neuer, sozialer Brennpunkt entstehen könnte“, erklärt Christa Kockentiedt, Sprecherin der SPD im Grundstücksausschuss.

Ihre Partei werde in der nächsten Sitzung des Gremiums eine Bürgerversammlung beantragen. Kockentiedt: „Die Verwaltung soll dabei vor allem darlegen, wie viele Wohneinheiten es gibt, wie viele im Eigentum des Bundes beziehungsweise der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben und wie viele in privatem Eigentum stehen und welche Steuerungsmechanismen die Stadt plant, um einer negativen Veränderung des Siedlungscharakters entgegenzuwirken.“

Wie berichtet, will die SPD im Grundstücksausschuss von der Verwaltung ein Konzept mit Blick auf alle von Briten genutzten Wohnungen einfordern mit der Maßgabe, notfalls Immobilien zu erwerben, um handlungsfähig zu bleiben.

Die UWG- hat das in einer Stellungnahme bereits abgelehnt. Die finanziellen Mittel der Stadt Gütersloh reichten aktuell nicht einmal zum Erhalt der stadteigenen Wohnungen aus, erklärte Norbert Bohlmann. Der Ausschuss tagt am Donnerstag, 8. Mai, ab 17 Uhr im Ratssaal.

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.