Westerfellhaus wird Pflegebevollmächtigter



Rheda-Wiedenbrück/Berlin (osi/dpa). Der neue Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den ehemaligen Präsidenten des Deutschen Pflegerats, Andreas Westerfellhaus aus Rheda-Wiedenbrück, zum neuen Pflegebevollmächtigten des Bundes machen. Das sagte er am Donnerstag beim Deutschen Pflegetag in Berlin.

Wenn Wertschätzung sich in Applaus widerspiegelt, dann genießt Westerfellhaus in der Pflegebranche höchstes Ansehen. Als  Spahn  beim Deutschen Pflegetag in Berlin ankündigte, den Rheda-Wiedenbrücker als Pflegebevollmächtigten des Bundes vorschlagen zu wollen, gab es begeisterten Beifall.

Bis September 2017 hatte Westerfellhaus (62) acht Jahre lang als Präsident des Deutschen Pflegerats eine einflussreiche Stimme. Immer wieder beklagte der CDU-Politiker den Personalmangel, die hohe Belastung und eine schlechte Bezahlung in der Pflege. Sein Eintreten für die Belange der Pflege machte ihn zum Liebling der Betroffenen.

Er freue sich sehr, für die Position des Pflegebevollmächtigten ausgewählt worden zu sein, teilte der Rheda-Wiedenbrücker gestern der „Glocke“ mit. „Es zeigt mir, dass die Bundesregierung die Pflege als eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft betrachtet und die Bedeutung der Profession Pflege sehr ernst nimmt.“

Im neuen Amt will der dreifache Familienvater „den Menschen in Deutschland schnell Antworten auf die großen Sorgen um die Pflege geben“. Dabei habe er sowohl Pflegebedürftige, pflegende Angehörige als auch beruflich Pflegende im Blick, sagte Westerfellhaus. Und betonte mit Nachdruck: „Nur über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Pflegeberufen wird sich die Lage der Pflege langfristig verbessern lassen.“ Zuletzt setzte er sich für die Gründung einer Pflegekammer auf Bundesebene ein, die die Interessen der mehr als eine Million Pflegekräfte vertreten soll.

Westerfellhaus’ Berufung stieß auch in der Region auf ein positives Echo. „Das ist für mich ein starkes Signal für eine gute Pflege heute und morgen“, sagte Angelika Gemkow, Bezirksvorsitzende der Christliche Demokratischen Arbeitnehmerschaft in Ostwestfalen-Lippe. Westerfellhaus kenne als Praktiker die Probleme. Gemkow: „Er packt an und sagt, wo es in der Pflege brennt.“

Der Rheda-Wiedenbrücker hat sein ganzes Berufsleben in der Pflegebranche verbracht. Er machte eine Ausbildung zum Krankenpfleger, es folgten Weiterbildungen zum Fachkraft für Intensivpflege und Anästhesie sowie zum Betriebswirt. Später studierte Westerfellhaus Pädagogik für Gesundheitsberufe und ging in die Pflegeausbildung. Er wurde Leiter der Krankenpflegeschule der Westfälischen Kliniken in Gütersloh. Seit 2000 ist er Geschäftsführer des Aus- und Weiterbildungsunternehmens Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen in Gütersloh.

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