Widerstand gegen Tönnies-Erweiterung



Rheda-Wiedenbrück (wd) - Sie lassen nicht locker und sagen weiter entschieden „nein“ zur geplanten Erweiterung der Schlachtkapazitäten des Fleischwerks Tönnies. Mit einer weiteren Aktion haben die Aktivisten des überparteilichen Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung am Samstagmorgen am Rand des Rhedaer Wochenmarkts gegen das Vorhaben protestiert.

Ein Bündnis aus Tierschützern und Umweltaktivisten hat am Samstag unter anderem vor dem Rhedaer Bahnhof gegen die geplante Kapazitätserweiterung des Fleischwerks Tönnies protestiert.

Nicht ohne Stolz verwies man dabei auf die 83 Einwendungen gegen die Tönnies-Pläne, die bei einem ersten Erörterungstermin des Kreises Gütersloh am 12. Juli im Reethus auf dem Tisch gelegen hatten. Rückenwind verleihen dem Protest auch 7700 Unterschriften, die das Bündnis gegen die Erweiterung sammeln konnte.

Fleischwerk will bis zu 30.000 Schweine schlachten

Wie berichtet, plant Tönnies statt derzeit 26.000 künftig 30.000 Schweine am Tag zu schlachten. Als direkte negative Auswirkungen erwarten die Gegner 17 Prozent mehr Lkw-Verkehr und einen erhöhten Wasserverbrauch von täglich 1000 Kubikmetern.

Kritik an Massentierhaltung

Grundsätzlich verliert der Protest aber auch höhere Wertvorstellungen nicht aus den Augen: Auf Plakaten und in Sprechchören wurde auch auf das Tierleid aufmerksam gemacht, das die Massentierhaltung bedinge. Die Aktiven bedauern, dass dieser Aspekt ebenso wenig Gegenstand des Erörterungsverfahrens sei wie mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel und auf die örtlichen bäuerlichen Strukturen in jenen Ländern, in die Tönnies exportiert.

Einwendungsfrist verlängert

Nun hofft das Bündnis, dass sich bis zum Ende der verlängerten Einwendungsfrist (4. September) weiterer Protest in der Öffentlichkeit regt. Die Aktivisten jedenfalls machen weiter: Ihre nächste Protestaktion soll am Samstag, 26. August, ab 10 Uhr auf dem Rhedaer Wochenmarkt beginnen.

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