Wie aus Nachbarn Freunde werden



Neubeckum (mag) - Hand aufs Herz: Von wie vielen Nachbarn kennt man den Namen? Und mit wie vielen ist man eng befreundet? Um sich besser kennen zu lernen und Neubeckum gemeinsam nach vorne zu bringen, hat sich die Nachbarschaftsinitiative „Verve“ (Begeisterung) gebildet.

„Hallo, Herr Nachbar“: Mit viel Engagement will die Gruppe „Verve“ Neubeckum voranbringen. Das Bild zeigt (v. l.) Sabine Martin, Birgit Günnewig, Selma, Astrid Becker und Amanda Bailey.

Wie es der Name schon vermuten lässt: Die sympathischen Gründerinnen sprühen nur so vor Ideen. Mit viel Schwung setzt sich Amanda Bailey mit ihren Freundinnen für mehr Zusammenhalt, ein lebendiges Kulturleben und eine Verbesserung des Lebens- und Gemeinschaftsgefühls ein. Bailey, im Ruhrgebiet geboren, bringt als Kulturschaffende wertvolle Erfahrungen mit, was nachbarschaftliche Kulturinitiativen und Stadtteilentwicklung anbelangt. Sowohl in Amerika als auch im Ruhrgebiet habe sie gelernt, wie bereichernd es sein könne, wenn Andersartigkeit, Elan, Positivität und Kreativität aufeinandertreffen. Amanda Bailey beschreibt den Kerngedanken des Projekts: „Oft leben Anwohner nebeneinander her. Wir wollen unsere Nachbarn mit Kunst, Kultur, Kulinarik und vielem mehr dazu einladen, sich gegenseitig kennenzulernen.“

Dafür setzt sich auch Birgit Günnewig ein. Sie ist in Neubeckum geboren und aufgewachsen. Für sie steht fest, dass sie dort auch bleiben möchte. „Meine Motivation bei der Gründung der Initiative ,Verve!’ ist es, der nächsten Generation etwas Schönes zu hinterlassen“, beschreibt sie ihre Motivation, „ich will, dass meine Tochter sagen kann: ,Meine Mutter hat nicht nur gemeckert, sie hat etwas getan für meine Zukunft’.“ Dass die Botschaft der Frauen ankommt, wurde bei den Diskussionen über das Stadtteilentwicklungskonzept Neubeckum deutlich. Die Mitglieder von „Verve“ sammelten Vorschläge und erfuhren, welche Wünsche die Bürger haben. Schließlich fassten sie den Entschluss, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und aktiv zu werden.

Für die Umsetzung ihrer Vision eines offenen Nachbarschafts-Treffs mit Kaffee und Kuchen, einem interkulturellen Mittagstisch und einem Kulturprogramm sucht die Initiative nun ein geeignetes Ladenlokal. Genauso Unterstützer aus Politik und Wirtschaft. „Ob Food-Coop, Kochabende, Nachbarschafthilfe oder Kunst: Wir haben viele Ideen für ein lebendiges und kooperatives Miteinander“, sagt Astrid Becher motiviert. Mit „Verve“ eben.

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