Wilde Weiber biegen sich vor Lachen



Rietberg-Neuenkirchen (bv) - Ein mitreißendes Programm hat die jecke Gästeschar bei der Altweibersitzung der Kolpingkarnevalsgesellschaft Neuenkirchen erlebt. Die Frauen feierten im Kolpinghaus bis in die tiefe Nacht hinein. Und zumindest ein Mann durfte ihnen Gesellschaft leisten.

Erstklassige Darbietung: Die Prinzengarde der Neuenkirchener Kolpingkarnevalsgesellschaft begeistert am Samstagabend die Gäste der Altweibersitzung im rappelvollen Kolpinghaussaal mit einer waghalsigen Choreographie.

„Montags der Mann den Abwasch macht, dienstags er die Kinder bewacht, mittwochs ist die Wäsche dran, nur donnerstags müssen auch die Frauen mal ran. Mit einem Shopping-Gutschein wird auch der Freitag gelingen, am Samstag beide zum Karneval singen. Würdest du Mann dann auch noch den Prinz für mich machen, hätten wir alle viel zu Lachen“, reimt am Samstagabend die vor einer Woche proklamierte Ehrendoktorin des Humors, Dr. Dr. Hildegard Humann, die es bereits auf vier Könige und einen Thronherrn gebracht hat.

Prinz darf mitmischen

„Oh wie ist das schön“, jubeln die Altweiber im proppenvollen Kolpinghaus. Prinzessin Dagmar I. Freitäger hat der kostümierten Närrinnenschar so einiges mitzuteilen. Zur Herrensitzung in Rietberg eingeladen zu werden, davon sei sie als Prinzessin ausgegangen. Sie habe aber feststellen müssen, dass die Kerle lieber unter sich bleiben wollen, um leicht bekleidete Frauen zu bewundern. „Wir in Neuenkirchen haben auch mit unserem Prinzen Spaß und geben auch in diesem Jahr wieder richtig Gas“, verspricht Dagmar I. zu Beginn der Sitzung der Kolpingkarnevalisten Neuenkirchen (KKGN) und strahlt dabei mit Tollität Thomas II. Freitäger um die Wette.

Kochkunst macht moppelig

Edith van Pels und Nicole Wördekemper eröffnen die Bütt mit einem Sketch unter dem Titel „Das F hängt“. Die herrlich komische Geschichte kreist um eine 30 Jahre alte Schreibmaschine und einen Reparaturdienst, der als erstes nach dem Anschluss für den Monitor sucht. „Mia F. Grün“ (Maria Fischer, besser bekannt als Maria Uhr), die gleich danach die Bühne erobert, verkündet: „Ich habe jetzt ein F – und das hängt nicht.“ Sie habe nämlich im vergangenen Jahr geheiratet: einen Mann, der noch dazu kochen kann. Das allerdings hat Auswirkungen auf ihren Leibesumfang. „Wenn das so weiter geht, werde ich von meinen eigenen Rollen überrollt“, befürchtet das dralle Prachtweib.

Männersuche mit Hindernissen

Wie gut, dass es körperformende Unterwäsche gibt. „Mit dieser Wucht in Tüten schiebst du das Gedöns nach oben, und wenn du geschickt bist, kannst du dir aus allen Regionen ein hübsches Dekolleté formen“, verrät „Mia“. Kleiner Wermutstropfen: „Ohne Pflegedienst kommt man in das ‚Raumwunder‘ gar nicht hinein.“ Die wilden Weiber biegen sich vor Lachen. Auch Barbara Descher und Manuela Funke testen ihren Marktwert aus. Auf das Inserat „Ich suche einen Mann“ kommen immerhin hunderte Zuschriften – mit dem Inhalt „Bitte nehmen Sie meinen“. Auch die Anzeige „Reife Dame sucht Wärme und Geborgenheit“ verpufft in einer Flut von Werbeprospekten für Kachelöfen.

„Sexy Granate“ Jens Rüdiger

Heide Witzka (Birgit Hesse) will ebenfalls nicht länger unter den Birkenstock-Schlappen ihres Gattens stehen und arbeitet jetzt in dem 2018 mit der „Goldenen Pfanne“ ausgezeichneten Männer-Pflegewohnheim „Sonnenuntergang“. „Eigentlich hatte ich von den Männern ja die Faxen dicke, aber da laufen echt tolle Exemplare rum“, staunt sie beispielsweise über die „sexy Granate“ Jens-Rüdiger. „Der isst den Honig nicht, sondern lutscht sofort die ganze Biene.“

Mitreißendes Bühnenprogramm

Bis in die Nacht hinein feiern Neuenkirchens Altweiber im Kolpinghaussaal eine wilde Sause. Die Tanzformationen „Blue Angels“, „Beat Babes“, „Eyecatcher“, „Fire Gardians“ und die Prinzengarde mit dem neuen Tanzmariechen Kim Lodenkemper runden das mitreißende Bühnenprogramm schwungvoll ab.

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