Wo gibt‘s noch Bargeld?



Ahlen - Seit die Sparkasse ihre Filiale an der Weststraße dichtgemacht hat, gibt‘s Ärger um die Geldversorgung im Westen. Das Thema stand jetzt auch im Finanzausschuss auf der Tagesordnung.

Wenn die Sparkasse Münsterland Ost mit Peter Scholz und Roland Klein gleich zwei Vorstandsmitglieder in eine Ausschusssitzung entsendet, muss die Angelegenheit dringend sein. Auf der Tagesordnung des Finanz- und Personalausschusses stand am Dienstag der Antrag der SPD vom 17. April, nach der Schließung des Bankautomaten in der ehemaligen Sparkassenfiliale an der Weststraße die Bargeldversorgung des Bankinstituts für den Westen auf andere Weise sicherzustellen.

An kreativen Ideen, wie dies zu bewerkstelligen sei, hatte es in der Vergangenheit nicht gefehlt. Den jüngsten Vorschlag hatte die BMA beigesteuert, die vorschlug, einen Automaten an das Versicherungsbüro Provinzial anzudocken. Für die CDU erklärte Barbara Buschkamp: „Der Antrag ist nicht mehr opportun.“ Ihre Partei habe sich bereits im vergangenen Jahr mit dem Thema befasst und hätte den Bürgermeister gebeten, das Thema in die Sparkassengremien zu tragen. Darüber hinaus habe die Sparkasse Entgegenkommen gezeigt, indem sie einen besonderen Service anbietet, zweimal monatlich Geld zu bringen. Dieser Service ist allerdings in der gesamten Zeit nicht einmal in Anspruch genommen worden, wie Sparkassen-Vorstand Scholz berichtete. Das Angebot der Volksbank für Sparkassenkunden gebührenfrei Geld abheben zu können, ist inzwischen ausgelaufen.

BMA-Fraktionschef Matthias Bußmann zeigte sich leicht amüsiert über das Scharmützel zwischen CDU und SPD, wer die älteren Rechte an dem Thema geltend machen könne. Entscheidend sei letztlich, dass eine gute Lösung gefunden würde. Für die SPD widersprach Karl-Heinz Meiwes dem Vorwurf, es handele sich um Wahlkampfgeplänkel. Der Antrag datiere schließlich aus April dieses Jahres.

Die Hoffnung auf baldige Abhilfe zerstäubten die Sparkassenvertreter. Erst Anfang des neuen Jahres ständen Standortfragen auf der Tagesordnung, so Scholz, der darauf hinwies, dass die Sparkasse den Betrieb der Automaten ohnehin schon um ein Jahr verlängert habe. Im Übrigen bestehe bei Lidl die Möglichkeit, sich einen Betrag bis 200 Euro auszahlen zu lassen. Rewe biete diesen Service leider nicht.

SPD-Fraktionsvorsitzende Gabi Duhme bestand auf einer Abstimmung über den SPD-Antrag, der 6 zu 7 Stimmen abgelehnt wurde. Kämmerer Dirk Schlebes warb für eine realistische Einschätzung. Eine Entscheidung werde sicherlich erst im zweiten Quartal kommuniziert.

von Dierk Hartleb

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