Zeitreise in die Welt der Schallplatten



Neubeckum (mag) - „Das ist der heilige Gral!“ Bernd Zimmermeier kann sein Glück nicht fassen. Gerade hat der Beckumer die Schallplatte gefunden, nach der er schon seit Ewigkeiten sucht: „Catch a fire“, das erste Major-Label-Album der jamaikanischen Reggae-Band „The Wailers“ aus dem Jahr 1973.

Ein absolutes Liebhaberstück: Bernd Zimmermeier aus Beckum hat sich die Platte „Catch a fire“ von „The Wailers“ aus dem Jahr 1973 gesichert. Fans kennen die Besonderheit: die Feuerzeug-Optik.

Die Platte führte zum internationalen Durchbruch der Band. Bob Marley wurde weltberühmt. Die Rarität hat allerdings ihren Preis: 199 Euro soll das Liebhaberstück kosten. Bernd und seine Frau Marion Zimmermeier kommen ins Grübeln, wissen aber insgeheim schon, dass sie zuschlagen werden. Und so kommt es auch. Kurze Zeit später steht das Geschäft mit Michael Lohrmann.

Der Dortmunder macht an diesem Mittwochnachmittag mit seinem „Mint-Vinyl-Bus“ am Beethovenweg in Neubeckum Station. Wer an der Neubeckumer „Plattenkiste“ in den quietschgelben „Blue Bird“ steigt, begibt sich auf eine Reise in die musikalische Vergangenheit. Und das selbstverständlich nicht allein. Die Vorzüge einer Gruppenreise eben: Man tauscht sich aus. Gesprächsstoff gibt es genug: Tausende Platten warten im Bus wohlgeordnet auf Musikfans. Die lassen übrigens nicht lange auf sich warten. Kaum hat das auffällige Fahrzeug seine Türen geöffnet, strömen sie auch schon herein. Allerdings ist Geduld gefragt. In den Bus passen schließlich nur ungefähr zehn Personen.

Bücherbusse als Vorbild

Als Vorbild für den Vinyl-Bus dienten Bücherbusse, wie Michael Lohrmann im „Glocke“-Gespräch verrät. Er schätzt, dass er ungefähr 150 000 Kilometer im Jahr mit dem Fahrzeug zurücklegen wird. Der Trend zur Platte sei ungebrochen. „Einfach ein ganz anderes Hören“, schwärmt der Dortmunder.

Der Ort für den Halt war übrigens nicht zufällig gewählt. Der Bus stand direkt vor der Plattenkiste Neubeckum. 10000 Exemplare – von LPs bis zu Maxisingles und Singles – tummeln sich dort. Astrid und Holger Hoppe sind mittwochs und zweimal im Monat auch samstags vor Ort. Kunden kommen auch schon mal aus Dortmund, Münster, Osnabrück oder Beelen. Bei den Hoppes kann man nicht nur Platten kaufen und verkaufen, sondern seine Schätze auch wieder auf Vordermann bringen lassen.

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