FSV Gütersloh: „Klasse, Rasse und hohes Tempo“


Keine Angst vor großen Namen zeigte Frauenfußball-Zweitligist FSV Gütersloh und bezwang den FC Bayern München II mit 3:1.

Über das schönste Tor ihrer Karriere, das 1:0 des FSV Gütersloh gegen die Zweitvertretung von Bayern München, freute sich am Sonntagmittag Shpresa Aradini ausgelassen. Foto: Inderlied

Rheda-Wiedenbrück (cas) - Ein Sieg gegen den ruhmreichen FC Bayern München ist doch immer etwas Besonderes für dessen Gegner. Darüber dürfen sich nun auch die Zweitligafrauen des FSV Gütersloh freuen, die sich gegen die zweite Garnitur des FCB verdient mit 3:1 (1:1) durchsetzten. 

Steffen Enge zeigte sich nicht nur vom Sieg, sondern auch vom Match allgemein beeindruckt. „Klasse, Rasse und hohes Tempo – das war heute Werbung für den Frauenfußball“, schwärmte der begeisterte Trainer. Ebenso über ein Traumtor, das seiner Mannschaft die frühe Führung bescherte: Shpresa Aradini ließ mit einem fulminanten Schuss in den oberen linken Winkel der Bayern-Torhüterin Maria-Luisa Grohs nicht den Hauch einer Chance. 

Aradini: „Mehr Glück als Verstand“

„Das war mehr Glück als Verstand. Ich habe nicht lange überlegt und einfach draufgehalten. Es ist das bisher schönste Tor in meiner Laufbahn“, weiß Shpresa Aradini, dass dieser Treffer in ihrer persönlichen Bilanz kaum noch zu toppen sein dürfte. 

Steffen Enge lobte auch die Vorbereiterin zum 1:0: „Marina Hermes hat den Ball super zu Shpresa durchgesteckt.“ Später trumpfte die FSV-Kapitänin selbst als Schützin auf: Nach einem hervorragend getimten Freistoß von Melanie Schuster vor das Bayern-Gehäuse erzielte Hermes das 3:1 und sorgte für die vorzeitige Entscheidung, denn in der verbleibenden halben Stunde tat sich auf beiden Seiten nicht mehr allzu viel. 

Ein Herz für die Tribüne

„Ich habe eine harte Zeit hinter mir, war lange verletzt. Auch wenn ich noch nicht bei 100 Prozent angekommen bin, war das für mich ein Schritt nach vorne. Das gilt auch für unser Team“, sieht Marina Hermes sich selbst und den FSV auf dem richtigen Kurs. Nach dem Treffer formte sie mit den Händen ein symbolisches Herzchen – das galt ihrem auf der Tribüne sitzenden Freund Steffen. 

Doch zwei Minuten vor Marinas „Herz-Tor“ waren die körperlich eher zierlichen Münchnerinnen dem Ausgleich ganz nahe: Die bei einem Gäste-Konter weit aus ihre Kiste geeilte Sarah Rolle wurde vor dem Strafraum von Sarah Ernst ausgetrickst, die aber anschließend das leere Tor verfehlte. Eine der wenigen Bayern-Chancen. Vor der Halbzeitpause hatten sie auch eine, die Jana Kappes aus dem Gewühl heraus zum glücklichen 1:1 nutzte. Die FSV-Antwort kam noch vor dem Seitenwechsel: Nach glänzender Vorarbeit von Annalena Rieke drückte Ronja Leubner den Ball zum 2:1 über die Linie und leitete damit den Sieg ein.

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