Julian Hesse schaut hinter die Ajax-Kulissen


Statt Oberligaluft schnupperte FC Güterslohs Trainer Julian Hesse jetzt internationales Flair bei einem Praktikum bei Ajax Amsterdam. 

Als Praktikant schaute FC Güterslohs Trainer Julian Hesse (r.) seinem Ajax-Kollegen Erik ten Hag bei der Arbeit zu

Gütersloh (de) - Idyllische Grachten und Gemälde alter Meister – touristische Reize hat Amsterdam reichlich zu bieten. Aber wenn es einen Fußballtrainer für ein paar Tage in die niederländische Hauptstadt zieht, so können den auch andere Attraktionen locken. Wie zum Beispiel Julian Hesse. 

Der Trainer von Fußball-Oberligist FC Gütersloh verbrachte nun Zeit als Praktikant bei Ajax Amsterdam. „Das waren sehr inspirierende drei Tage“, blickt Hesse auf seine Stippvisite beim ehemaligen Champions-League-Sieger zurück. „Es ist schon interessant, die Qualität der Spieler zu sehen, wie hoch das Niveau dort ist und wie die bei Ajax im Training arbeiten.“ 

Den Kontakt stellte Rob Reekers her. Heute Sportlicher Leiter des FCG, ist der Niederländer seit Jahren mit Ajax-Trainer Erik ten Haag befreundet, mit dem er einst gemeinsam in einer Futsal-Mannschaft spielte. „Als mir Rob davon erzählte, bin ich gleich mit der Tür ins Haus gefallen“, gesteht Julian Hesse. Quasi auf dem kleinen Dienstweg bekam der 32-Jährige einen der äußerst begehrten Praktikumsplätze bei Ajax Amsterdam. Ohne Reekers’ Fürsprache wäre dies kaum möglich gewesen. 

„Bei Ajax bin ich sehr freundlich aufgenommen worden, das lief alles äußerst offen im Umgang miteinander ab“, schildert der FCG-Trainer. Die Verständigung im Nachbarland fiel ihm leicht. „Beim Training der ersten Mannschaft war ich immer dabei“, konnte er sich mit Erik ten Hag, der früher unter anderem in Diensten von Bayern München stand, auf deutsch unterhalten. Da Ajax zudem über eine international anerkannte Jugendarbeit verfügt, schaute Hesse auch beim Nachwuchs vorbei. 

„Mit den Jugendtrainern lief die Kommunikation meistens auf englisch“, versteht Julian Hesse dank seiner niederländischen Freundin aber die Sprache des Nachbarlandes. „Die Jugend spielt mit der gleichen Philosophie wie die Profis. Vom Konzept und von der Vision her ist es einfach ein herausragender Klub, wenn man auch den ganzen Campus dort mit dem Blick auf die Arena sieht“, hat der Praktikant viele Erfahrungen mit zum FC Gütersloh genommen. 

„Die lassen sich aber kaum direkt in unsere Arbeit umsetzen“, ist Hesse bewusst, dass rund um den Heidewald gänzlich andere Rahmenbedingungen herrschen, als beim Top-Verein der Niederlande. „Aber ich habe dort reichlich Inspiration erhalten für meine Arbeit beim FC Gütersloh“, würde Julian Hesse solch ein Praktikum bei einem Top-Verein gerne wiederholen. Abwarten, wer noch so alles in Rob Reekers’ Adressbuch steht.

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