Kaum Freude über Clarholz‘ Punktpremiere


Die ersten beiden Partien der Saison hatte Fußball-Oberligist Victoria Clarholz verloren. Im dritten Anlauf sollte es mit drei Punkten klappen. Aber es kam anders.

Robin Mrozek (r.) und seine Clarholzer Mitspieler öffneten gerade vor der Pause zu viele Räume. Foto: Rollié

Herzebrock-Clarholz (rol) - Über den ersten Saisonpunkt war niemand im Clarholzer Lager besonders glücklich. Beim 1:1 (0:1) der Victoria bestrafte die hausbackene SG Finnentrop Bamenohl die Defizite der Hausherren schonungslos. Der heimische Fußball-Oberligist wurde erst nach dem Ausgleich durch Oli Cylkowskis Abstaubertor in der 55. Minute wacher und zielstrebiger. Zuvor hatte er seine Fans enttäuscht. Dass sich ein Bilderbuchtreffer des Gegners durch Christopher Hennes (24.) hinzugesellte, trübte die Stimmung zusätzlich. „Aufgrund der ersten Halbzeit hätten wir einen Sieg nicht verdient gehabt“, erklärte Victoria-Trainer Christopher Hankemeier ohne Umschweife. Sein Team habe bis zum Wechsel zu „viele Fehler gemacht und sich den Schneid abkaufen lassen“. 

Gegner trifft kurz vor Schluss die Latte

Auch in der Schlussphase geriet das Gefüge der Weiß-Schwarzen nochmals bedrohlich ins Wanken. Finnentrop Bamenohls Angreifer Rafael Camprobin Corchero, der Beste in Reihen der Gäste, traf in der 85. Minute die Latte. In dieser Szene wäre Clarholz’ Torhüter Marius Weeke, gestern der stärkste Akteur seiner Mannschaft, machtlos gewesen. Zweifellos wäre ein Dreier aber auch für die Gäste des Guten zu viel gewesen, denn wirklich überzeugend spielten die Sauerländer nur in ersten 45 Minuten. Und dies vor allem, weil die Hankemeier-Elf ihre linke Abwehrseite nicht schließen konnte. Ganz gleich, ob lange Bälle oder flache Doppelpässe, in Windeseile war die Kette überspielt. Schon in der 17. Minute hätte dies schlimme Folgen haben können. Camprobin Corchero schloss jedoch zu unpräzise ab und ersparte Clarholz einen Rückstand. 

Vor dem anderen Tor blieb es weitgehend ruhig, sieht man von Cylkowskis gutem Versuch kurz nach dem Anpfiff (8.) ab. 

Laute Pausenansprache

„In der Kabine bin ich laut geworden“, verriet Christopher Hankemeier, dass seine Pausenansprache im höheren Dezibel-Bereich angesiedelt war. Besonders gut hatte offenbar Leon Heinemann zugehört, der kaum 60 Sekunden vor dem 1:1 eingewechselt worden war und Eugen Dreichel auf der linken Außenbahn ersetzte. 

Für den A-Ligisten BV Werther hatte Heinemann vor seinem Wechsel ins Holzhofstadion unfassbare 81 Tore in 70 Spielen erzielt. Gestern gab er prompt Gas und drosch die Kugel nach einem schnellen Antritt aus spitzem Winkel unter die Latte. Von dort sprang der Ball direkt vor die Füße von Cylkowski, der nur noch vollenden musste.

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