0:7, und kein Laie staunt, kein Fachmann wundert sich



Überraschungen blieben aus. Was sonst? Im Bezirksliga-Derby behielten Neubeckum und ASK Ahlen ihren angestammten Rollen treu.

Verteidiger unter Druck: Neubeckums Ismail Gemec (l.) stemmt sich gegen Ahlens Bünyamin Uysal. Zu Beginn durchaus noch mit Aussichten. Später nicht mehr ...

 Neubeckum (uwe) -  Ja, liebe Güte, was soll man sich auch noch groß aufregen? Oder, wie es Neubeckums Trainer Bengt Pfeiffer gelassen aussprach: „Viel Negativschwingungen gibt es hier wohl nicht.“ Mit der 0:7-Niederlage seines Schlusslichts gegen den ASK Ahlen kam es schließlich so dicke wie gedacht, und kein Laie staunte, kein Fachmann wunderte sich. 

Beide Parteien schienen es an diesem grauen Sonntag nur schnell hinter sich bringen zu wollen, die Ahlener ihren sechsten Sieg in Folge, Neubeckum seine dreizehnte Niederlage – und das am besten, ohne zu klagen. „Tja, man passt sich auch irgendwie dem Gegner an“, entschuldigte ASK-Trainer Bülent Kara den deshalb wohl eher motivationsfreien Beginn, mit gerade mal zwei Treffern durch Baslarli und Bünyamin Uysal (11./ 20.). 

Harte Premiere für den Neuen im Tor

Eine kleine Hoffnung für die Hausherren, vielleicht die Höchststrafe zu vermeiden. Wobei der neue Torwart Nicolas Szepejewski, der von der Ahlener SG kam, gerade erst unterschrieben hatte und nun sofort für den verletzten Hendrik-Liones Gidom auf verlorenem Posten stand, seine Premiere noch ordentlich über die Bühne brachte. Jedenfalls so lange ihn seine Vorderleute bis zum Zusammenbruch in den letzten zehn Minuten nicht allein ließen.

 Bis dahin aber versuchten die Neubeckumer mit einem stabilisierenden Stefan Wiemann in der Kette ihr Glück mit einer Abseitsfalle, die erst nach einer Stunde ihre Elastizität verlor. „Da ist es natürlich schwer, sich hochzupuschen“, sagt Bülent Kara, der am Ende aber „sehr zufrieden war“. 

Ahlens Konterspiel schlägt durch

Seine Jungs belagerten den SVN-Strafraum am Harberg wie die Türken Wien, schlugen aber mangels taktischer Konzeptionen nur selten durch. „Nicht übermäßig stark“, empfand auch Pfeiffer die Gäste. „Nur punktuell überlegen.“ Das aber reichte, um schließlich das Konterspiel durchzubringen, während sich Neubeckums unterbeschäftigte Offensive im späten Novemberwind die Füße abfror. 

Alles wie erwartet

Es kam, wie es kommen musste: Irgendwann hielt der Außenseiter dem lässig ausgespielten Dauerdruck nicht mehr stand. Nach Baslarlis 3:0 (58.) häuften sich die ASK-Chancen. Nur unterbrochen von einem Schuss ans Außennetz von Neubeckums Halfar (71.) – es blieb bei diesem einzigen und letzten Aufbäumen. 

Keine neun Minuten später eröffnete Ismail Uysal mit dem 4:0 den Rest vom Ahlener Schützenfest, dem innerhalb von sechs Minuten die Tore von Baslarli, Uzun und wieder Baslarli folgten. Alles wie erwartet. „Irgendwann gehen eben die Köpfe runter“, hatte Bengt Pfeiffer Verständnis. Was soll man sich auch noch groß aufregen?

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