2:0-Führung reicht Beckum nicht zur Sensation



Die Römerkampfbahn stand kurzzeitig Kopf. Beckum führte im Westfalenpokal gegen Bövinghausen schon mit 2:0, doch das sollte nicht reichen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Ogun Gümüstas (r.) und Milad Ghafori bejubeln die Führung gegen Bövinghausen. Foto: Wegener

Beckum (hoh) - Immer wieder schön, wenn ein Plan aufgeht. Nach 20 Minuten führte die Beckumer SV bereits mit 2:0 gegen den hohen Favoriten TuS Bövinghausen, die Sensation in der zweiten Runde des Westfalenpokals war greifbar. Doch dann spielte das Team um Kevin Großkreutz mit den Muskeln.

Trotz der schließlich doch deutlichen 2:4-Niederlage wird in der Beckumer Nachbetrachtung die schöne Erinnerung an diese Anfangsphase überwiegen. Bereits nach fünf Minuten stand die Römerkampfbahn Kopf, denn das Erfolgsrezept aus der Landesliga klappte auch im Pokal: Koray Kocaman schickt Ogun Gümüstas mit einem Pass in die Tiefe steil, der Torjäger lässt sich nicht lange bitten und vollendet – 1:0.

Bövinghausen mächtig genervt

Nachdem Gümüstas noch zweimal aus ähnlicher Lage verfehlte, funktionierte es in Minute 20 umso besser. Ein erster Versuch von Milad Ghafori wurde noch geblockt, doch dann kullerte der Ball vor die Füße von Gümüstas – und der haute die Kugel maßgenau in den Knick. Die Beckumer SV führte jetzt mit 2:0, der TuS Bövinghausen mit den Ex-Profis Kevin Großkreutz, David Odonkor und Baris Özbek in der Startelf war mächtig genervt.

Den Frust des Favoriten bekam nicht nur der Schiedsrichter zu spüren, Großkreutz lieferte sich auch ein kleines Wortgefecht mit Ghafori. Und nach der nächsten Halbchance von Gümüstas rief Bövinghausens Trainer Sven Thormann seiner Abwehr wütend zu: „Das ist ein Stürmer gegen drei Leute von euch dahinten.“

„Ich bin stolz auf die Truppe“

Allerdings, das war das Beckumer Pech, besann sich der Westfalenligist früh wieder seiner Stärke, nach einer halben Stunde spielte der Gast wieder ruhiger und zielstrebiger. Zu zielstrebig für die nicht fehlerfreie BSV: In der 40. Minute zirkelte Baris Özbek den Ball von der Strafraumgrenze ins Tor, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schloss Großkreutz eine feine Kombination mit dem 2:2 ab. Immer noch ein achtbares Resultat für die Beckumer SV, allerdings war jetzt auch klar: Das wird eine ganz knifflige zweite Halbzeit.

Und so kam es auch: Bereits in der 48. Minute nickte Marko Onucka völlig frei zum 2:3 ein, in der 66. Minute war es abermals der frühere Ahlener, der einen Beckumer Ballverlust mit dem 2:4 bestrafte. Das war’s mit der möglichen Sensation, Beckum war besiegt. „Die Gegentore waren Geschenke, das ist ärgerlich“, sagte BSV-Trainer Robert Mainka nach dem Abpfiff zunächst. Doch dann fügte er noch hinzu: „Ich bin trotzdem stolz auf die Truppe, wir haben Bövinghausen einen starken Kampf geliefert.“ Ja, das haben sie.

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