Ahlener SG siegt hauchdünn in Habenhausen


Meist sind es die Nerven, die entscheiden, wohin die die Waagschalen neigen. Manchmal braucht es dafür einen Entscheidungsspieler . . .

Das sind die kleinen, feinen Unterschiede: Ahlens David Wiencek hat die Nerven zum entscheidenden Siegtor.

Ahlen (hh) - Der ATSV Habenhausen war mit dem Sieg über Wilhelmshaven in die Favoritenrolle gerutscht. Doch am Sonntagabend hatten die Drittliga-Handballer des HLZ Ahlener SG als Außenseiter beim 29:28 (13:16)-Sieg die Nase vorn. Im Vorfeld hatte HLZ-Trainer Freddy Neuhaus angekündigt, sich gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Gastgeber etwas Besonderes einfallen zu lassen.

Er legte ATSV-Spielmacher und Vollstrecker Bjarne Büdelmann an die Kette von Benedikt Bayer. Dieser Schachzug ging den Norddeutschen gehörig gegen den Strich. Sie stellten um und spielten schon früh mit dem siebten Feldspieler. Mit dieser Maßnahme taten sich die Ahlener in der ersten Halbzeit schwer, so dass sich die Gastgeber mit einem 5:0-Lauf von 4:4 (10.) auf 9:4 (14.) absetzten.

Neuhaus handelte, nahm eine Auszeit und justierte nach. Anschließend kamen die Wersestädter wieder besser ins Spiel, verkürzten zum 8:10 (18.) und 13:15 (29.), mussten vor dem Halbzeitpfiff jedoch einen weiteren Gegentreffer hinnehmen, so dass die HLZ-Sieben mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine ging. „Wir wollten in der ersten Halbzeit zu viel“, kritisierte Neuhaus. „Da haben wir phasenweise zu schnell den Abschluss gesucht und Fehler gemacht.“

Dramatische Schlussphase

Nach dem Wiederanpfiff glichen die Gäste durch Tore von Niklas Seiffert (2), Julian Damm und Dominik Spannekrebs bei einem Gegentreffer durch Lukas Feller zum 17:17 (38.) aus. Habenhausen setzte sich erneut mit 23:20 (45.) ab, musste aber in der 53. Minute den erneuten Ausgleich durch David Wiencek per Siebenmeter hinnehmen. David Spiekermann war es, der die Ahlener erstmals viel umjubelt mit 27:26 in Front brachte.

 Danach blieb es bis zur Schlussminute eng. Jetzt legte Ahlen vor und Habenhausen lief hinterher. Die Entscheidung fiel in der letzten Minute. David Wiencek setzte sich, gut von den Nebenleuten in Szene gesetzt, im linken Rückraum durch und scheiterte an ATSV-Keeper Daniel Sommerfeld, der zum Einwurf klärte. Fünf Sekunden vor dem Abpfiff die gleiche Situation, mit dem Unterschied, dass Wiencek den Ball zum 29:28-Sieg versenkte.

„Ich rechne es David hoch an, dass er nach der vergebenen Chance noch die Entscheidung gesucht hat“, lobte Neuhaus. „Er ist einer der Entscheidungsspieler, das hat er bewiesen.“

Texte und Fotos von die-glocke.de sind urheberrechtlich geschützt. Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.